50 Millionen Euro für Energie-Innovationszentrum Cottbus: Warum der Bund jetzt auf den Markt setzt
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Das Energie-Innovationszentrum (EIZ) der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg erhält für seine zweite Förderphase 50 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Förderbescheide sind bereits erteilt. Das Geld fließt über fünf Jahre und soll die Forschung zu gekoppelten Energiesystemen um einen Transfer in marktfähige Produkte erweitern.
Das EIZ wurde 2022 gegründet und beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 20 Nationen. Sie forschen in fünf eng vernetzten Laboren an der intelligenten Verbindung von Strom, Wärme und Verkehr. Statt überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen abzuschalten, soll er künftig Gebäude beheizen, Elektroautos laden oder zur Erzeugung von Wasserstoff dienen.
19 Partner bringen weitere 4,7 Millionen Euro ein
In der ersten Förderphase baute das EIZ mit Unterstützung des Landes Brandenburg seine Laborinfrastruktur auf. In den ersten vier Jahren nach der Gründung entstanden dabei über 90 neue Vollzeitstellen. In der zweiten Phase kooperiert das Zentrum mit 19 Einrichtungen der Energiewirtschaft aus Region und Bund, die gemeinsam etwa 4,7 Millionen Euro an eigenen Mitteln beisteuern.
Damit wächst das Projekt über die reine Forschungsförderung hinaus zu einem Verbund, an dem auch Unternehmen finanziell beteiligt sind. Das unterscheidet die zweite Phase deutlich von der ersten, in der vor allem öffentliche Mittel die Grundlagenarbeit trugen.
Von der Forschung zum marktfähigen Produkt
Neu an der zweiten Förderphase ist, dass neben der Forschung ausdrücklich die Überführung in den Markt hinzukommt. Das EIZ entwickelt dafür gemeinsam mit seinen Partnern Demonstratoren und marktfähige Lösungen für die Lausitz. Konkrete Beispiele sind Lademanagementlösungen für Elektrofahrzeuge und containerisierte Anlagen zur Herstellung von grünem Methanol.
Unterstützt wird dieser Schritt durch die Transfer- und Gründungsinitiative EIZ SPARK, die Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen und Geschäftsmodelle überführen soll. Das Zentrum ist außerdem Teil des im Aufbau befindlichen Lausitz Science Park und verantwortet dort zusammen mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien das Themenfeld Energiesysteme.
Was Fachleute von der zweiten Phase erwarten
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sieht im Energie-Innovationszentrum ein Beispiel dafür, wie Strukturstärkungsmaßnahmen neue wirtschaftliche Perspektiven in der Lausitz schaffen können.
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle betont, dass aus exzellenter Wissenschaft und den Innovationen des EIZ neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke in der Region entstehen sollen. EIZ-Projektleiter Felix Müsgens sieht in der Bewilligung die Chance, in Cottbus ein leistungsfähiges Energieforschungscluster aufzubauen und die Spitzenforschung voranzutreiben.
Die Lausitz gilt als Kohleregion besonders stark vom Strukturwandel betroffen. Mit der zweiten Förderphase soll sich zeigen, ob aus Laborforschung tatsächlich neue Unternehmen und Arbeitsplätze vor Ort entstehen.