42 Prozent mehr Fehltage durch psychische Erkrankungen: Das steckt laut AOK dahinter
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Die Fehltage psychischer Erkrankungen sind bei AOK-versicherten Beschäftigten innerhalb von zehn Jahren um 42 % gestiegen. Pro 100 Versicherte kletterte die Zahl der Ausfalltage von 284 im Jahr 2016 auf 403 im Jahr 2025, wie der aktuelle AOK-Fehlzeitenreport zeigt. Die Gesamtfehlzeiten aller Beschäftigten gingen im selben Jahr dagegen leicht zurück.
Lange Ausfälle je Fall
Der Anstieg liegt vor allem an der Dauer der einzelnen Krankschreibung. Eine Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankung dauerte 2025 im Schnitt 28,5 Tage, eine wegen Atemwegserkrankung nur 5,7 Tage. Gleichzeitig kamen auf 100 Mitglieder lediglich 14,1 AU-Fälle wegen psychischer Erkrankung, aber 80,3 Fälle wegen Atemwegsinfekten. Psychische Diagnosen sind damit seltener, binden aber viel mehr Fehltage pro Fall.
Burnout treibt den Anstieg
Innerhalb der psychischen Diagnosen wächst vor allem eine Gruppe: Burn-out-Diagnosen legten laut AOK-Fehlzeitenreport zwischen 2016 und 2025 um 77 % zu. Die Ausfalltage je 100 Mitglieder mit Burn-out-Diagnose stiegen von 11,0 im Jahr 2016 auf 19,5 im Jahr 2025 – nahezu eine Verdopplung.
Besonders betroffene Berufe
Nicht alle Branchen trifft der Anstieg gleich stark. Im Dialogmarketing registrierte die AOK 2025 die höchste Belastung mit 39,0 AU-Fällen wegen psychischer Erkrankung je 100 Mitglieder.
In der Haus- und Familienpflege waren es 25,6 Fälle, in der Altenpflege 24,9 Fälle je 100 Mitglieder. Auch Heilerziehungspflege, Sonderpädagogik sowie Kinderbetreuung und -erziehung gehören laut AOK zu den Berufsgruppen mit besonders hohen psychisch bedingten Fehlzeiten.
Ursachen und Gesamttrend
Dass die Gesamtfehlzeiten trotz des Anstiegs bei der Psyche nicht steigen, liegt an einer gegenläufigen Entwicklung: Pro AOK-Mitglied wurden 2025 im Schnitt 23,3 Arbeitsunfähigkeitstage erfasst, nach 23,9 in den Jahren 2023 und 2024 und einem Höchststand von 24,5 Tagen im Corona-Jahr 2022.
Nach Angaben von AOK-Forscher Helmut Schröder hat auch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu einer vollständigeren Erfassung der Krankmeldungen beigetragen und damit das gemessene Niveau mit angehoben.
Finanziell schlägt sich der Trend bei den Krankengeldausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung nieder: Sie lagen 2025 nach vorläufigen Daten bei 21,6 Milliarden Euro, verglichen mit 11,2 Milliarden Euro im Jahr 2015. Damit entfielen 6,1 % der gesamten GKV-Ausgaben auf Krankengeld.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.