Beispiel
Eine Wirtschaft erzeugt 1.000 Einheiten mit 10 Beschäftigten, die je 40 Stunden arbeiten. Je Beschäftigten sind das 100 Einheiten, je Stunde 2,5. Nun wechseln alle auf 30 Stunden und erzeugen weiterhin 2,5 Einheiten je Stunde, zusammen 750 Einheiten. Die Produktivität je Stunde bleibt gleich. Je Beschäftigten fällt sie auf 75, also um ein Viertel.
Der häufige Irrtum
Sinkende Arbeitsproduktivität bedeutet nicht, dass die Menschen schlechter arbeiten. Die Zahl setzt nur Wirtschaftsleistung und Arbeitseinsatz ins Verhältnis. Was die Leistung sonst beeinflusst, etwa Maschinen oder die Auslastung, steckt mit im Ergebnis. Bleibt Personal in einer Krise an Bord, während die Aufträge fehlen, sinkt der Wert, obwohl niemand langsamer arbeitet.
Zwei Nenner, zwei Geschichten
Das Statistische Bundesamt berechnet die Größe preisbereinigt aus dem Bruttoinlandsprodukt, für einzelne Wirtschaftsbereiche aus der Bruttowertschöpfung, und teilt durch Erwerbstätige oder Erwerbstätigenstunden. Wo Teilzeit zunimmt, laufen beide Rechnungen auseinander, wie das Beispiel zeigt. Für den Vergleich von Ländern mit verschiedenen Arbeitszeiten eignet sich deshalb der Wert je Stunde besser.
Preisbereinigt ist wichtig: Steigen nur die Preise, wächst das nominale Ergebnis, die Produktivität aber nicht. Eurostat weist internationale Vergleiche zusätzlich in Kaufkraftstandards aus und gibt sie als Index an.