Beispiel
Liegt der Median des gewichteten Nettoeinkommens bei 2.500 Euro im Monat, beträgt die Schwelle 60 % davon, also 1.500 Euro. Wer darunter liegt, gilt als armutsgefährdet. Verdoppeln sich alle Einkommen über Nacht, verdoppelt sich auch die Schwelle auf 3.000 Euro. Die Quote bleibt exakt gleich, obwohl jeder doppelt so viel hat.
Der häufige Irrtum
Armutsgefährdet heißt nicht, dass jemand sich das Nötigste nicht leisten kann. Statistik Austria weist ausdrücklich darauf hin, dass das relative Maß nicht zeigt, wie gut ein Haushalt zurechtkommt. Für tatsächliche Entbehrungen gibt es einen eigenen Indikator, der abfragt, was sich jemand nicht leisten kann.
Warum die Schwelle je Land anders ist
Die Schwelle hängt vom Einkommen im jeweiligen Land ab. Vergleicht man Quoten zweier Staaten, vergleicht man daher die Streuung der Einkommen im jeweiligen Land, nicht den Lebensstandard. Ein ärmerer Staat mit gleichmäßigen Einkommen kann eine niedrigere Quote haben als ein reicher mit großen Abständen.
Als Größenordnung für Österreich nennt Statistik Austria 2025 eine Schwelle von 1.827 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt. Für größere Haushalte gilt ein höherer Betrag, denn gerechnet wird mit einem gewichteten Einkommen. Grundlage ist die Einkommenslage des Vorjahres.