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Basisjahr

Das Basisjahr ist der Bezugspunkt eines Index: Sein Wert wird auf 100 gesetzt, und alle anderen Jahre werden daran gemessen.

Beispiel

Ein Index hat mit Basisjahr 2020 im Durchschnitt des Jahres 2025 den Wert 125 und im Monat X den Wert 130. Stellt die Statistik auf Basis 2025 um, wird daraus für denselben Monat 104: 130 geteilt durch 125, mal 100. Die Preise sind dieselben geblieben, nur der Maßstab hat sich verschoben.

Der häufige Irrtum

Ein niedrigerer Indexstand nach einer Umstellung bedeutet nicht, dass etwas billiger wurde. Auch der direkte Vergleich zweier Länder führt in die Irre, wenn die Basis verschieden ist. Der österreichische VPI rechnet seit Jänner 2026 mit 2025 = 100, der deutsche VPI noch mit 2020 = 100 (Stand November 2026). Dass der österreichische Stand kleiner ist, sagt deshalb nichts über die Teuerung. Vergleichbar sind die Veränderungsraten.

Warum regelmäßig umgestellt wird

Die Umstellung dient vor allem dazu, Warenkorb und Gewichte an das veränderte Konsumverhalten anzupassen. In Deutschland wechselte der VPI mit dem Berichtsmonat Januar 2023 von Basis 2015 auf 2020. Das Basisjahr 2025 ist dort für voraussichtlich 2028 angekündigt. Weil dabei neu gerechnet wird, können sich auch veröffentlichte Raten ändern: Die Inflationsrate für 2022 fiel auf der neuen Basis mit 6,9 Prozent um einen Prozentpunkt niedriger aus als zuvor.

Für Konjunkturstatistiken in der EU gilt: Das Basisjahr wechselt alle fünf Jahre und endet auf 0 oder 5. Bequem für die Auslegung wäre ein möglichst normales Jahr ohne große Störungen, doch der feste Takt geht vor. Auch ein Krisenjahr kann daher Basisjahr werden.

Worauf Sie bei Verträgen achten

Wertsicherungsklauseln in Miet- oder Unterhaltsverträgen beziehen sich häufig auf den VPI. Steht dort ein Indexstand, gehört die Basis dazu, sonst bleibt offen, womit gerechnet wird.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.