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Bereinigter Gender Pay Gap

Der bereinigte Gender Pay Gap ist der Verdienstabstand, der übrig bleibt, wenn Frauen und Männer mit vergleichbaren Merkmalen wie Beruf, Branche und Qualifikation verglichen werden.

Beispiel

Das Statistische Bundesamt nennt für das Berichtsjahr 2025 unbereinigt 16 % und bereinigt 6 %. Von 16 Punkten Abstand lassen sich also rund 10 durch messbare Unterschiede erklären. Am meisten tragen Teilzeit, schlechter bezahlte Branchen und Berufe sowie ein niedrigeres Anforderungsniveau bei. Rund 6 Punkte bleiben unerklärt.

Der häufige Irrtum

Der bereinigte Wert ist weder der „wahre“ Gender Pay Gap noch ein Beleg für Diskriminierung in genau dieser Höhe. Das Bundesamt versteht ihn als Obergrenze. Es fehlen Merkmale wie Erwerbsunterbrechungen durch Elternzeit, mit denen er kleiner ausfiele. Wie viel des Restes tatsächlich auf Benachteiligung zurückgeht, misst die Zahl nicht.

Was „erklärt“ bedeutet

Erklärt heißt statistisch zugeordnet, nicht gerechtfertigt. Wenn ein Berufsunterschied 3 Punkte ausmacht, ist damit nichts darüber gesagt, warum Berufe mit hohem Frauenanteil geringer bezahlt werden oder warum Frauen seltener aufsteigen. Beide Zahlen beantworten deshalb unterschiedliche Fragen. Die unbereinigte fragt nach dem Abstand im gesamten Arbeitsmarkt, die bereinigte nach dem Abstand bei vergleichbaren Merkmalen.

Die bereinigte Berechnung wird in Deutschland seit dem Berichtsjahr 2022 jährlich vorgenommen, davor alle vier Jahre. Grundlage ist seitdem die neue Verdiensterhebung, zuvor war es die vierjährliche Verdienststrukturerhebung.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.