Beispiel
Ein Müller verkauft einem Bäcker Mehl für 400 Euro, der Bäcker verkauft daraus Brot für 1.000 Euro. Die Umsätze ergeben zusammen 1.400 Euro, in die Wirtschaftsleistung gehen aber nur 1.000 Euro ein: 400 Euro Wertschöpfung beim Müller, 600 Euro beim Bäcker. Das Mehl steckt schon im Brot und würde sonst doppelt zählen.
Zur Summe aller Wertschöpfung kommen noch die Steuern auf Produkte hinzu, Subventionen auf Produkte werden abgezogen.
Der häufige Irrtum
Das BIP ist nicht die Summe aller Umsätze eines Landes. Gezählt wird nur, was auf jeder Stufe neu hinzukommt. Deshalb kann eine Firma ihren Umsatz verdoppeln, ohne dass das BIP entsprechend wächst, wenn sie die zusätzliche Ware bloß zukauft und weiterreicht.
Drei Wege zur selben Zahl
Statistisch lässt sich das BIP von der Entstehung her berechnen wie im Beispiel, von der Verwendung her als Endnachfrage abzüglich der Importe und von der Verteilung her als Summe der entstandenen Einkommen. Meldungen über Wachstum meinen meist den preisbereinigten Wert: Steigt das BIP in jeweiligen Preisen um 4 Prozent und das Preisniveau um 3 Prozent, bleibt ein reales Plus von rund 1 Prozent.