Beispiel
Eine Firma meldet 100 Euro Gewinn. Darin stecken 30 Euro Abschreibungen, die kein Geld kosten, also kommen sie wieder dazu. Kunden schulden aber noch 50 Euro, die abgezogen werden. Das laufende Geschäft bringt 80 Euro. Für eine neue Maschine fließen 120 Euro ab, ein Kredit bringt 60 Euro. Der Kontostand steigt um 20 Euro.
Der häufige Irrtum
Hoher Gewinn bedeutet nicht viel Geld. Bei voller Auftragslage kann der Gewinn glänzen, während Kunden nicht zahlen und das Konto leerläuft. Rechtlich zählt dann die Zahlungsfähigkeit, nicht das Ergebnis. Auch ein negativer Cashflow ist für sich kein Alarm: Er kann aus einer großen Investition stammen.
Drei Bereiche, zwei Rechenwege
Der internationale Standard IAS 7 teilt die Geldströme in betriebliche Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung auf. Für den betrieblichen Teil gibt es die direkte Methode, die Einzahlungen und Auszahlungen auflistet, und die indirekte, die wie oben vom Ergebnis ausgeht und es korrigiert.
In Deutschland gehört die Kapitalflussrechnung zum Konzernabschluss. Liegt sie nicht vor, muss geschätzt werden. Die Bundesbank fasst in ihrer Statistik Jahresergebnis und Abschreibungen zusammen und bezeichnet das als Näherungswert, weil sich der Cashflow aus ihren Daten nicht vollständig errechnen lässt. Das erklärt, warum zwei „Cashflow“-Angaben zur selben Firma voneinander abweichen können.