Beispiel
Bei 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen ergibt der deutsche Tarif für 2026 eine Steuer von 10.548 Euro, das sind 21,1 Prozent. In Österreich führt der Tarif 2026 für denselben Betrag zu 11.447,20 Euro oder 22,9 Prozent, bevor Absetzbeträge abgezogen werden: 20 Prozent auf 8.453 Euro, 30 Prozent auf 14.466 Euro und 40 Prozent auf 13.542 Euro.
Der häufige Irrtum
Der Durchschnittssteuersatz kann den Spitzensatz nur annähern. Bei 100.000 Euro liegt er in Deutschland bei 30,9 Prozent, selbst bei 277.825 Euro erst bei 38,0 Prozent, obwohl auf den letzten Euro längst 42 Prozent fallen. Die Zahl aus dem Steuerbescheid sagt deshalb nichts darüber aus, wie viel von einer Gehaltserhöhung bleibt. Dafür ist der Grenzsteuersatz da.
Bezogen auf was?
Das Ergebnis hängt am Nenner. Teilt man dieselbe Steuer durch das Bruttogehalt statt durch das zu versteuernde Einkommen, fällt der Satz niedriger aus, weil Abzüge wie Werbungskosten und Vorsorgeaufwendungen das zu versteuernde Einkommen unter das Brutto drücken. Gibt jemand einen Steuersatz an, lohnt daher die Nachfrage, ob er Einkommen oder Brutto zugrunde legt und ob Zuschläge eingerechnet sind.