Beispiel
Zwei Fonds erzielen vor Kosten rechnerisch 5 Prozent im Jahr. Der eine verlangt jährlich 0,2 Prozent, der andere 1,5 Prozent. Aus 10.000 Euro werden nach 20 Jahren rund 25.540 Euro beim ersten und rund 19.900 Euro beim zweiten. Das ist eine Modellrechnung ohne Steuern und keine Prognose: Sie zeigt nur, wie stark laufende Kosten über lange Zeit wirken. Passive ETFs sind laut BaFin meist günstiger als aktiv gemanagte Fonds.
Der häufige Irrtum
Ein ETF ist nicht automatisch sicher, nur weil viele Aktien darin stecken. Er unterliegt dem Marktpreisrisiko: Fällt der Index, fällt ein passiver ETF mit. Der Verwalter steuert nicht gegen. Ein Themen- oder Länderindex streut zudem oft weniger breit als der Name vermuten lässt.
Was hinter der Abkürzung steckt
Nicht jeder ETF folgt starr einem Index. Bei passiven Fonds sind Auswahl und Gewichtung vorgegeben, aktive ETFs orientieren sich an einem Index, weichen aber teilweise ab. Nachbilden lässt sich ein Index auf zwei Wegen: physisch durch den Kauf der Wertpapiere, synthetisch etwa durch Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps.
Die Anteile werden über die Börse gekauft und verkauft, in der Regel lassen sie sich auch an den Fonds zurückgeben. Market Maker sollen dafür sorgen, dass der Börsenkurs dem Wert der enthaltenen Vermögensgegenstände entspricht. In Deutschland muss ein Sondervermögen vom eigenen Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt gehalten werden. Das schützt aber nicht vor Kursverlusten. Die BaFin prüft auch nicht, ob ein Fonds wirtschaftlich sinnvoll ist.