Zum Inhalt springen
Startseite Glossar Geldmenge

Geldmenge

Die Geldmenge umfasst Bargeld, Bankguthaben und kurzfristige geldnahe Anlagen von Nichtbanken im Euroraum; die EZB weist sie in drei aufeinander aufbauenden Abgrenzungen aus: M1, M2 und M3.

Beispiel

Sie verschieben 1.000 Euro vom Girokonto auf ein Festgeld mit einem Jahr Laufzeit. M1 sinkt um 1.000 Euro, M2 und M3 bleiben gleich, denn beide enthalten solche Einlagen. Binden Sie das Geld dagegen länger als zwei Jahre bei einer Bank, fällt es aus M3 heraus. Niemand hat Geld ausgegeben, und trotzdem hat sich eine Geldmengenzahl verändert.

Der häufige Irrtum

Die Geldmenge ist nicht das gedruckte Geld. Banknoten und Münzen sind nur ein Teil von M1. Hinzu kommen täglich fällige Guthaben. Wächst die Geldmenge, muss also kein einziger Geldschein mehr im Umlauf sein.

Was die drei Abgrenzungen enthalten

Maß Inhalt
M1 Bargeld im Umlauf und täglich fällige Einlagen
M2 M1 plus Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zwei Jahre und mit Kündigungsfrist bis drei Monate
M3 M2 plus Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Bankschuldverschreibungen bis zwei Jahre

Je weiter die Abgrenzung, desto weniger schnell ist das Geld verfügbar. Zu den Geldhaltern zählen Haushalte und Unternehmen im Euroraum, nicht aber Banken selbst und die Zentralregierungen. Längerfristige Bankverbindlichkeiten bleiben außen vor, weil sie eher als Anlage gelten. Die Bundesbank sieht die Geldmenge als Hinweis auf die künftige Preisentwicklung.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.