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Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap gibt an, um wie viel Prozent der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen unter dem von Männern liegt, und vergleicht dabei keine gleichen Tätigkeiten.

Beispiel

Männer verdienen im Schnitt 30 Euro je Stunde, Frauen 25 Euro. Die Differenz von 5 Euro wird auf den Männerverdienst bezogen: 5 ÷ 30 = rund 16,7 %. Bezogen auf den Frauenverdienst wären es 20 %, aber das ist nicht die amtliche Rechnung.

Der häufige Irrtum

„Frauen bekommen für dieselbe Arbeit 16 % weniger“ ist mit der unbereinigten Zahl nicht belegt. Sie vergleicht alle Frauen mit allen Männern und enthält deshalb auch Unterschiede bei Beruf, Karrierestufe und Qualifikation. Für den Vergleich ähnlicher Beschäftigter gibt es eine eigene, die bereinigte Größe.

Die Rechnung nimmt die Arbeitszeit schon heraus

Weil Stundenverdienste verglichen werden, sind die Unterschiede in der Arbeitszeit rechnerisch schon herausgenommen. Der geringere Stundenumfang allein erklärt die Lücke deshalb nicht. Den Effekt geringerer Arbeitszeit erfasst das Statistische Bundesamt gesondert im Gender Gap Arbeitsmarkt, der zusätzlich Unterschiede bei den Arbeitsstunden und bei der Erwerbstätigkeit einrechnet und 2025 bei 37 % lag.

Vorsicht beim Vergleich der Länder

Die EU-Definition lässt Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und Teile des öffentlichen Bereichs weg. Für 2024 nennt Statistik Austria nach Eurostat 17,6 % für Österreich und 11,1 % für die EU-27. Das Statistische Bundesamt nennt für Deutschland 16 % für 2024. Die jüngeren Werte sind teils vorläufig.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.