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Startseite Glossar Gewinn

Gewinn

Der Betrag, der übrig bleibt, wenn von den Erträgen eines Zeitraums die Aufwendungen abgezogen sind, wobei je nach Rechenstufe und Gesetz unterschiedliche Größen gemeint sein können.

Beispiel

Ein Unternehmen hat 1.000 Euro Erträge und 850 Euro betriebliche Aufwendungen. Vor Zinsen und Steuern bleiben 150 Euro. Nach 20 Euro Zinsen sind es 130 Euro, nach 40 Euro Steuern noch 90 Euro. Alle drei Zahlen werden in Berichten gern „Gewinn“ genannt. Im Jahresabschluss heißt die letzte Zahl Jahresüberschuss.

Der häufige Irrtum

Gewinn ist nicht das Geld auf dem Konto. Hat ein Kunde seine Rechnung noch nicht bezahlt, zählt der Ertrag trotzdem. Kauft die Firma eine Maschine, sinkt der Kontostand sofort, der Gewinn aber nur um die jährliche Abschreibung. Darum kann ein profitables Unternehmen in Zahlungsnot geraten.

Das Finanzamt rechnet anders herum

In Deutschland vergleicht das Einkommensteuergesetz bei bilanzierenden Betrieben das Betriebsvermögen am Jahresende mit dem des Vorjahres. Steigt es von 500 auf 560 Euro, und der Inhaber hat 40 Euro entnommen und 10 Euro eingelegt, ergibt sich ein Gewinn von 90 Euro: 60 plus 40 minus 10. Wer nicht zur Buchführung verpflichtet ist und auch nicht freiwillig Bücher führt, darf stattdessen die Betriebseinnahmen den Betriebsausgaben gegenüberstellen.

Warum Vergleiche oft vor Steuern laufen

Die Bundesbank hält das Jahresergebnis vor Gewinnsteuern für die beste Größe, um Ertragslagen zu beurteilen, weil Steuern je nach Rechtsform unterschiedlich anfallen. Bei Einzelfirmen und Personengesellschaften steckt zudem der Unternehmerlohn im Ergebnis. Deren Gewinn ist also nicht direkt mit dem einer GmbH vergleichbar.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.