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Haushaltsdefizit

Ein Haushaltsdefizit entsteht, wenn der Staat in einem Jahr mehr ausgibt, als er einnimmt; die Differenz wird meist in Prozent des Bruttoinlandsprodukts angegeben.

Beispiel

Der Gesamtstaat nimmt 490 Milliarden Euro ein und gibt 520 Milliarden Euro aus. Das Defizit beträgt 30 Milliarden Euro. Bei einem BIP von 1.000 Milliarden Euro sind das 3 Prozent, genau die EU-Grenze. Sinkt das BIP bei gleichem Fehlbetrag auf 950 Milliarden Euro, wird daraus eine Quote von 3,2 Prozent.

Der häufige Irrtum

Wenn ein Finanzminister ein Defizit nennt, ist nicht unbedingt der Wert gemeint, der nach Brüssel gemeldet wird. In Österreich etwa ist das administrative Defizit die Lücke zwischen Aus- und Einzahlungen im Bundeshaushalt. Das Maastricht-Defizit umfasst den gesamten Staatssektor samt Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung und folgt den Regeln der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

Konjunkturell oder strukturell

Sinken im Abschwung die Steuereinnahmen, wächst das Defizit, ohne dass sich an der Politik etwas geändert hat. Der strukturelle Saldo rechnet solche Konjunktureffekte und einmalige Maßnahmen heraus. Bleibt danach ein Minus, zeigt das ein dauerhaftes Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben an. Dieser Wert beruht auf einer Schätzung des Produktionspotenzials und ist unsicherer als das gemeldete Defizit.

Quellen

Stand: November 2026. Dieser Eintrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung.