Beispiel
Kostet ein Warenkorb heute 100 Euro und liegt die Inflation bei 2 Prozent, kostet derselbe Warenkorb in einem Jahr im Schnitt 102 Euro. Einzelne Preise können dabei deutlich stärker steigen oder sogar fallen.
Die gemeldete Inflationsrate vergleicht immer mit demselben Monat des Vorjahres. Steht dort für April 2 Prozent, lag das Preisniveau im April um 2 Prozent über dem April davor.
Der häufige Irrtum
Sinkt die Inflation, werden die Preise nicht billiger. Sie steigen dann nur langsamer. Fallen würden sie erst bei einer negativen Rate, und von Deflation spricht man erst, wenn das über längere Zeit anhält.
Warum die eigene Rechnung abweicht
Die Statistik misst einen durchschnittlichen Warenkorb. Wer viel für Miete, Energie oder Lebensmittel ausgibt, spürt Preissteigerungen dort stärker, als die Gesamtzahl vermuten lässt. Auch ein einzelner teurer Einkauf macht noch keine Inflation: Gemeint sind Preiserhöhungen auf breiter Front und von Dauer.
Quellen
- Deutsche Bundesbank, Durchblick bei der Inflation: breiter, dauerhafter Preisanstieg und Vergleich mit dem Vorjahresmonat
- Deutsche Bundesbank, Geld und Geldpolitik, Kapitel 5: Inflation und Inflationsrate
- Statistisches Bundesamt, Erläuterung zum Verbraucherpreisindex: Warenkorb und Durchschnittsmessung