Jede dritte Neuzulassung ein E-Auto: Warum der Boom an der Prämie hängt
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Im September 2026 war in Deutschland jeder dritte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto: Der Marktanteil lag bei 34,5 %. Grund für den Sprung ist vor allem die Elektro-Prämie des Bundes, die die Nachfrage kräftig angeschoben hat. Ohne die Förderung wäre der Gesamtmarkt der Neuzulassungen sogar gesunken.
Insgesamt wurden im September 256.774 Personenkraftwagen neu zugelassen, 9 % mehr als im Vorjahresmonat. Davon entfielen 88.599 auf batterieelektrische Fahrzeuge – ein Plus von knapp 95 % gegenüber September 2025 und mehr als im August, als 68.930 E-Autos neu zugelassen wurden.
Wie hoch ist der Marktanteil wirklich?
Die amtliche Zulassungsstatistik für September zeigt damit erstmals einen E-Auto-Anteil von gut einem Drittel am deutschen Pkw-Markt. Benziner kamen nur noch auf 17,4 %, Diesel auf einen noch kleineren Anteil; beide Antriebsarten zusammen blieben damit erstmals hinter den reinen Elektroautos zurück.
In Österreich fiel der Anteil nach Angaben des Mobilitätsministeriums im selben Monat sogar auf mehr als ein Drittel der insgesamt 28.968 neu angemeldeten Pkw. Mobilitätsminister Peter Hanke wertet das als starkes Signal dafür, dass sich Elektromobilität im Alltag etabliert.
Warum steigt die Nachfrage gerade jetzt so stark?
Privatkäufer trieben den Trend in Deutschland besonders an: Ihre Neuzulassungen stiegen um 28,5 %, ihr Anteil an allen Neuzulassungen erreichte 40,3 %. Gewerbliche Registrierungen gingen dagegen nur leicht zurück, um rund ein Hundertstel. Auch Hybridantriebe legten zu, wenn auch moderat.
Mehrere Antriebsarten standen im September nebeneinander im Plus oder Minus:
- Hybridfahrzeuge: 98.871 Neuzulassungen, ein Plus von 1,7 %.
- Plug-in-Hybride: 27.861 Neuzulassungen, Marktanteil 10,8 %.
- Benziner: 44.632 Neuzulassungen, ein Rückgang von 29,2 %.
- Diesel: 23.058 Neuzulassungen, ein Rückgang von 20,1 %.
Nach neun Monaten des Jahres 2026 kamen damit 604.144 neu zugelassene Elektroautos zusammen, 58 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Als zusätzlichen Treiber nennt die Beratungsgesellschaft EY den kräftig gestiegenen Absatz chinesischer Hersteller, die laut EY-Berater Constantin Gall zu den großen Gewinnern des Aufschwungs zählen.
Wie stabil ist der Trend?
Gall ordnet die Entwicklung zugleich vorsichtig ein: Die Elektro-Prämie des Bundes habe eine kräftige Wirkung auf die Nachfrage, der Boom sei aber mit Steuergeld teuer erkauft und stehe auf wackligen Beinen. Ohne die Förderung drohe demnach ein erneuter Einbruch der Zulassungszahlen. Ein Beispiel dafür liefert die jüngere Vergangenheit: Nach dem Ende des Umweltbonus im Dezember 2023 brachen die E-Auto-Zulassungen im Jahr darauf um 25 % ein.
In Österreich setzt die Politik dagegen auf längerfristige Maßnahmen statt auf eine Kaufprämie. Nach Angaben des Mobilitätsministeriums stehen im Land bereits 40.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Eine geplante Novelle des Bundesstraßengesetzes soll den Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang von Autobahnen und Schnellstraßen beschleunigen.
Zusätzlich läuft die Kampagne „Keine E-ngste mehr“, mit der das Ministerium offene Fragen zu Reichweite, Lademöglichkeiten, Kosten und Batterien beantworten will. Minister Hanke betont dabei, die Kampagne solle Menschen eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten, nicht zum Kauf überreden.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.