Jede fünfte Rechnung kommt zu spät: Warum Österreichs Firmen länger auf ihr Geld warten
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In Österreich wird mittlerweile jede fünfte Rechnung zu spät bezahlt. Diese Werte liefert der Austrian Business Check, eine aktuelle Erhebung des KSV1870, die die Zahlungspraxis heimischer Unternehmen im Jahresverlauf 2026 abbildet.
Die Zahl
Der Anteil verspäteter Rechnungen stieg binnen eines Jahres um drei Prozentpunkte gegenüber 17 % im Vorjahr. Zugleich erhöhte sich auch die Zahlungsdauer im Geschäft zwischen Unternehmen: Sie liegt mittlerweile bei 29 Tagen, nach 25 Tagen im Vorjahr – ein Anstieg um vier Tage.
Firmen gegen Privat
Während Firmenkunden länger brauchen, zahlen Privatpersonen inzwischen schneller. Ihre durchschnittliche Zahlungsdauer sank um zwei Tage auf 13 Tage, und 86 % der Rechnungen von Privatkunden werden pünktlich beglichen. Auch die öffentliche Hand zahlt unterschiedlich schnell: Länder benötigen im Schnitt 32 Tage, Gemeinden 27 Tage.
Woran es liegt
Als Grund für die schwächere Zahlungsmoral gilt die angespannte Lage vieler Betriebe. Nur noch 42 % der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut, der niedrigste Wert seit 2020.
72 % berichten von rückläufigen oder stagnierenden Umsätzen, nur gut jedes vierte Unternehmen konnte zuletzt ein Umsatzplus verzeichnen. Zugleich gibt gut jeder zweite Betrieb an, dass Privathaushalte mittlerweile sparsamer wirtschaften als noch vor drei Jahren. Wer selbst weniger einnimmt, zahlt offenbar auch später.
Recht und Zinsen
Rechtlich liegt laut Wirtschaftskammer Österreich Zahlungsverzug vor, wenn ein Schuldner einen vertraglich oder gesetzlich festgelegten Termin nicht einhält, obwohl der Gläubiger seine Leistung bereits erbracht hat. Eine Mahnung ist dafür nicht zwingend nötig, wird aber als Einschreiben mit klarer Frist empfohlen.
Der gesetzliche Verzugszinssatz zwischen Unternehmern liegt seit 1. Januar 2026 bei 10,73 % pro Jahr, berechnet aus 9,2 Prozentpunkten über einem Basiszinssatz von 1,53 Punkten. Bei Geschäften mit Verbrauchern gelten dagegen nur 4 % Verzugszinsen.
Letzter Stand
Für das laufende Jahr rechnen laut KSV1870 noch 55 % der Unternehmen mit einem Gewinnabschluss, 2021 lag dieser Anteil mit 63 % deutlich höher. Etwas mehr als jedes vierte Unternehmen erwartet nur eine schwarze Null, 9 % rechnen mit Verlusten.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.