21,26 Euro mehr Rente pro Kind: Warum der Bund seinen Zuschuss an die Rentenkasse kürzt
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Die Mütterrente III soll ab 2027 Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder stärker anrechnen und mehr Rente pro Kind bringen. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, den dafür zugesagten Steuerzuschuss an die Rentenkasse zu kürzen. Nach Berechnung der Deutschen Rentenversicherung könnte das den Rentenbeitragssatz schon 2027 zusätzlich steigen lassen.
21 Euro pro Kind
Künftig zählen für vor 1992 geborene Kinder drei statt bisher 2,5 Jahre Erziehungszeit bei der Rentenberechnung. Das entspricht einem halben Entgeltpunkt, der beim aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro einer Erhöhung von 21,26 Euro brutto pro Kind entspricht.
Für eine Mutter von drei Kindern, die alle vor 1992 zur Welt kamen, summiert sich das ab 2027 auf etwa 64 Euro brutto zusätzlich pro Monat. Von der Reform profitieren nach Angaben der Berliner Zeitung rund zehn Millionen Menschen. Ausgezahlt wird die Erhöhung wegen des aufwendigen Umstellungsprozesses erst 2028, Bestandsrentner bekommen das Geld für 2027 rückwirkend.
Fehlender Steuerzuschuss
Der Bundestag hatte Ende 2025 zugesagt, die Mütterrente III vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren, mit jährlich etwa fünf Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt. Trotz dieser Zusage sieht der Haushaltsentwurf für 2027 vor, den Zuschuss zur Rentenkasse um eine Milliarde Euro zu kürzen.
Insgesamt soll die Kürzung der Bundeszuschüsse 2027 bei 2,2 Milliarden Euro liegen. Seit 2022 summieren sich die fehlenden Zuschüsse laut Deutscher Rentenversicherung auf rund 8,6 Milliarden Euro. Für 2028 sind einmalig rund zehn Milliarden Euro für Nachzahlungen eingeplant.
Was das für Beiträge bedeutet
Die Deutsche Rentenversicherung rechnet vor, dass eine Milliarde Euro Kürzung etwa 0,05 Beitragssatzpunkten entspricht. Bei einem Bruttomonatseinkommen von 4.000 Euro würde das für einen Arbeitnehmer rund einen Euro mehr im Monat kosten. Die Rücklage der Rentenkasse könnte Ende 2027 bei 0,36 Monatsausgaben liegen, knapp über der gesetzlichen Mindestgrenze von 0,3 Monatsausgaben.
Unabhängig davon erwartet die Deutsche Rentenversicherung ohnehin einen Anstieg des Rentenbeitragssatzes von 18,6 auf 19,9 % Anfang 2028. Für eine berufstätige Tochter einer Dreifach-Mutter könnte das zusätzlich rund 26 Euro im Monat bedeuten.
Kritik und nächste Schritte
Die Deutsche Rentenversicherung hatte die geplante Kürzung bereits am 15. September 2025 kritisiert. Sie sieht darin einen Widerspruch zum Rentenpaket und zur Zusage des Bundes, die Mütterrente III aus Steuermitteln zu finanzieren.
Auch der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz rechnet für 2027 mit Mindereinnahmen von 1,8 Milliarden Euro durch geringere Beiträge für Pflegepersonen. Der Haushaltsausschuss hat für den 12. Oktober eine Anhörung zum Haushaltsbegleitgesetz angesetzt. Bereits 2025 hatte die Alterssicherungskommission angeregt, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu streichen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.