PISA-Studie 2025: Warum deutsche Schüler seit zehn Jahren schlechter abschneiden
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In der PISA-Studie 2025 erreichen deutsche Schüler in den drei erfassten Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen einen historischen Tiefstand. Seit etwa zehn Jahren sinken die gemessenen Kompetenzen ungsausschuss des Bundestags berichtet. Studienleiter Samuel Greiff bestätigt diese Einschätzung.
Die Zahl und ihre Herkunft
Der Rückgang betrifft laut Greiff alle Kompetenzbereiche und alle Schülergruppen gleichermaßen. Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der Jugendlichen mit schwachen Kompetenzen.
Bundesbildungsministerin Karin Prien bewertet die Ergebnisse als enttäuschend und nicht hinnehmbar, die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Anna Stolz, schließt sich dieser Einschätzung an. Einen Lichtblick gibt es dennoch: Das Zugehörigkeitsgefühl der Schüler zu ihrer Schule liegt in Deutschland über dem Durchschnitt der OECD-Staaten.
Vergleich mit der Schweiz
Wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können, zeigt die Schweiz. Dort erreichen Fünfzehnjährige in Naturwissenschaften 501 Punkte gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 482 Punkten. In Mathematik liegen Schweizer Schüler bei 499 Punkten, der OECD-Schnitt bei 463. Beim Lesen stehen 470 Punkten 461 im OECD-Mittel gegenüber, beim neu getesteten modellbasierten Problemlösen erreicht die Schweiz 520 Punkte bei einem OECD-Wert von 500.
Nach Angaben der Schweizer Bundesverwaltung werden die Mathematikleistungen des Landes nur von drei weiteren OECD-Staaten übertroffen. An der Erhebung beteiligten sich insgesamt 91 Länder, darunter 38 OECD-Mitgliedstaaten; aus der Schweiz nahmen rund 7.600 Jugendliche aus 275 Schulen teil.
Ursachen des Rückgangs
Für Deutschland sieht Greiff die Ursache auch in wachsender Ungleichheit: Die Unterschiede in den Bildungschancen zwischen sozial privilegierten und benachteiligten Jugendlichen seien im internationalen Vergleich ausgesprochen hoch und in den vergangenen zehn Jahren weiter gestiegen.
In OECD- und EU-Staaten blieb dieser Abstand dagegen weitgehend stabil. Kanada und Estland zeigten laut Greiff, dass hohe Leistungsfähigkeit und gerecht verteilte Chancen gleichzeitig möglich seien.
Auch in der Schweiz hängt das Ergebnis stark von der Herkunft ab: Schüler aus dem untersten Viertel der sozialen Herkunft erzielen in Naturwissenschaften signifikant schwächere Werte als der Rest, wie die Bundesverwaltung mitteilt. Soziale Herkunft, Sprache und Migrationshintergrund beeinflussen die Ergebnisse demnach deutlich, während sich bei den Naturwissenschaften keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen.
Was Fachleute erwarten
Greiff plädiert dafür, Bildungsprozesse deutlich früher anzusetzen – bereits in Kitas sollten Kinder identifiziert werden, die zusätzliche Unterstützung benötigen. Die Zeit vor der Grundschule werde in Deutschland bislang kaum für Förderung genutzt, während andere Staaten hier weiter seien. Ministerin Prien hält eine Trendwende für möglich, wenn sich die Politik an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.
Verbesserungen sollen im engen Schulterschluss zwischen Bund, Ländern und Kommunen umgesetzt werden, mit einer strategischen statt fragmentierten Ausrichtung. Als zentrale Bildungsorte für die frühe Förderung nennt Prien Familie, Kita und Kindertagespflege.
Das geplante Startchancenentwicklungsgesetz soll künftig eine verbindliche Diagnostik und Förderung von Kindern ab spätestens vier Jahren sowie eine gezielte Unterstützung von Kitas in herausfordernden Lagen vorsehen.