Babcock und BAE Systems: Wie Rüstungskonzerne dem Fachkräftemangel in UK begegnen
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Großbritanniens Regierung will mehr als 290 Millionen Pfund in die Ausbildung von Fachkräften für die Kernkrafttechnologie investieren. Der Schritt zeigt, wie stark der Fachkräftemangel in UK inzwischen die Rüstungs- und Ingenieurbranche trifft. Besonders beim Bau und der Wartung von U-Booten und Kriegsschiffen fehlt es an ausgebildetem Personal.
Die Lücke gilt als zentrales Hindernis für das Tempo des aktuellen Aufrüstungsprogramms. Unternehmen wie Babcock, BAE Systems und Rolls-Royce versuchen deshalb, mit eigenen Ausbildungsprogrammen und öffentlichen Auszeichnungen gegenzusteuern. Die Wohltätigkeitsorganisation Enginuity vergibt dafür jährlich die Skills Awards, die in diesem Jahr bereits zum 13. Mal stattfinden.
Woher stammt die Zahl zu den 290 Millionen Pfund?
Die Summe stammt aus dem Investitionsplan der britischen Regierung für die Defence Nuclear Enterprise. Damit sollen Fachkräfte für Kernkrafttechnologie in der Rüstungsindustrie aufgebaut werden. Zusätzlich plant die Regierung, sogenannte Defence Technical Excellence Colleges einzurichten, darunter zwei Standorte in Schottland.
Diese Maßnahmen richten sich gezielt an jene Bereiche, in denen der größte Engpass herrscht: der Bau und die Wartung von U-Booten, Kriegsschiffen und der dazugehörigen Infrastruktur.
Wie groß ist der Fachkräftemangel in der britischen Rüstungsindustrie?
Babcock, ein Unternehmen des FTSE 100 mit Standorten in Großbritannien, Australasien, Kanada, Frankreich und Südafrika, betreibt in Rosyth den Bau von Type-31-Fregatten sowie die U-Boot-Unterstützung in Devonport und an der Clyde. Genau dort wird der Mangel an ausgebildetem Personal immer wieder als Risiko für die geplanten Lieferzeiten genannt.
Um gegenzusteuern, hat Babcock mehrere Programme aufgebaut, die 2026 bereits ausgezeichnet wurden:
- Das Emerging Talent Programme gewann die Auszeichnung Large Employer Skills Champion of the Year und bündelt Lehrlingsausbildungen, Traineeprogramme und weitere Früh-Karriere-Wege.
- Das Production Support Operative-Programm erhielt den Titel New Talent Inspiration Programme of the Year und öffnet einen alternativen Zugang zu Ingenieur- und Fertigungsberufen ohne klassische Lehre.
- Babcock erklärt, weiterhin kontinuierlich in die Fachkräfteentwicklung in Großbritannien zu investieren.
- Enginuity selbst verfolgt als Organisation das Ziel, die Fachkräftelücke im britischen Ingenieurwesen und in der Fertigungsindustrie zu schließen.
Was tun Unternehmen wie Babcock und BAE Systems dagegen?
Für die Enginuity Skills Awards 2027 ist Babcock nun Headline Partner, BAE Systems und Rolls-Royce treten als Platinum Partner auf. BAE Systems vergibt die Auszeichnung SME Employer Skills Champion of the Year und arbeitet dafür nach eigenen Angaben mit mehr als 2.000 kleinen und mittleren Unternehmen zusammen. Rolls-Royce sponsert die Kategorie New Talent Inspiration Programme of the Year.
Nominierungen können bis Mitternacht am 20. Dezember 2026 eingereicht werden, die Siegerehrung findet am 30. Juni 2027 im Park Plaza Westminster Bridge in London statt. Die Awards würdigen Leistungen in Ingenieurwesen und Fertigungstechnik und sollen den Fachkräftemangel in UK sichtbar machen, bevor er die Rüstungsprojekte weiter verzögert.
Zusammenfassung in Zahlen
- 290 Millionen Pfund plant die Regierung für Kernkrafttechnologie-Fachkräfte ein.
- 13. Auflage der Enginuity Skills Awards im Jahr 2027.
- Nominierungsfrist bis 20. Dezember 2026, Mitternacht.
- Siegerehrung am 30. Juni 2027 in London.
- BAE Systems kooperiert mit mehr als 2.000 kleinen und mittleren Unternehmen.