Generika vs. Originalpräparate: Sind billige Medikamente schlechter?

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In Apotheken stehen sie häufig nebeneinander: das teure Originalpräparat mit großem Markennamen und das deutlich günstigere Generikum. Viele Menschen fragen sich, ob der Preisunterschied auf Kosten der Qualität geht. Die Antwort lautet in den meisten Fällen: nein.
Generika erklärt: Kopie mit Zulassungspflicht
Generika sind Medikamente, die denselben Wirkstoff in identischer Dosierung wie das Originalpräparat enthalten. Unterschiede bestehen vor allem in Hilfsstoffen, die den Wirkstoff stabilisieren, die Tablette formen oder die Farbe bestimmen.
Die Hersteller von Generika müssen keine Kosten für Forschung, klinische Langzeitstudien oder Patente aufbringen. Diese Einsparungen spiegeln sich im Preis wider: Generika sind häufig bis zu 80 % günstiger als Markenpräparate. Trotz des niedrigeren Preises gelten strenge Zulassungsbedingungen.
Bioäquivalenz: gesetzlich geprüft und sicher
Bioäquivalenz bedeutet, dass ein Generikum den Wirkstoff in gleicher Menge und Geschwindigkeit in den Blutkreislauf bringt wie das Originalpräparat. Die Wirkung, Nebenwirkungen und Pharmakokinetik müssen nahezu identisch sein.
Generika müssen genauso wirksam sein wie Originalpräparate. Unterschiede in Bindemitteln oder Farbstoffen sind minimal und betreffen nur selten Patienten.
Diese strenge Kontrolle stellt sicher, dass die Behandlung den gleichen therapeutischen Effekt erzielt. Ob Schmerzmittel, Blutdrucksenker oder Antibiotika – die Wirksamkeit bleibt gleich.
Kleine Unterschiede, große Wirkung?
Bei empfindlichen Patienten können Unterschiede in Hilfsstoffen zu Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen führen. Auch die veränderte Form oder Farbe einer Tablette kann zunächst irritierend wirken. Ein Wechsel zu einem anderen Generikum oder zurück zum Originalpräparat ist problemlos möglich, ohne dass die therapeutische Wirkung beeinträchtigt wird.
Experten betonen, dass diese Unterschiede nur einen kleinen Teil der Patienten betreffen und keinesfalls die generelle Qualität der Medikamente infrage stellen.
Finanzielle Vorteile für Patienten und Gesundheitssysteme
Generika bieten nicht nur individuelle Vorteile, sondern entlasten auch das Gesundheitssystem.
- Preisersparnis für Patienten: bis zu 80 % günstiger, besonders bei langfristiger Einnahme.
- Entlastung der Versicherungssysteme: Milliarden werden eingespart, die anderweitig investiert werden können.
- Schnelle Verfügbarkeit: Nach Ablauf des Patents sind Generika sofort auf dem Markt.
Die Daten geben eine Einschätzung des globalen Umsatzes verschreibungspflichtiger Generika, Orphan Drugs und Originalmedikamente für den Zeitraum von 2020 bis 2030 wieder. Im Jahr 2024 lag der weltweite Umsatz mit verschreibungspflichtigen Generika bei etwa 82 Milliarden US-Dollar. Zum besseren Verständnis: Orphan Drugs sind Medikamente, die speziell für die Behandlung seltener Krankheiten entwickelt wurden. Diese Krankheiten betreffen in der Regel nur einen kleinen Teil der Bevölkerung – oft weniger als 1 von 2.000 Menschen.

Vorurteile gegen Generika
Trotz klarer wissenschaftlicher Belege bestehen Vorurteile. Viele Menschen verbinden den niedrigeren Preis mit geringerer Qualität, besonders bei psychischen Erkrankungen oder komplexen Therapien. Auch die veränderte Verpackung oder Tablettenform kann zu Unsicherheit führen.
Aufklärung durch Arzt oder Apotheker sowie ein schrittweiser Wechsel helfen, diese Vorbehalte zu überwinden. Studien zeigen, dass Patienten, die gut informiert sind, Generika genauso zuverlässig akzeptieren wie Originalpräparate.
Zukunftstrend Generika: Innovation trifft Kosteneffizienz
Die Grafik zeigt den Umsatz von Arzneimitteln auf dem deutschen GKV-Markt zu Herstellerabgabepreisen von 2009 bis 2023 in Milliarden Euro, aufgeteilt in patentgeschützte Arzneimittel, patentfreie Erstanbieterprodukte, Biosimilars und Generika. Insgesamt steigt der Umsatz über den Zeitraum deutlich, von rund 19,5 Mrd. € im Jahr 2009 auf über 40 Mrd. € 2023. Patentgeschützte Arzneimittel machen dabei den größten Anteil aus, gefolgt von patentfreien Erstanbieterprodukten, während Generika und Biosimilars vergleichsweise kleinere, aber wachsende Anteile haben. Besonders auffällig ist der deutliche Umsatzanstieg patentfreier Erstanbieterprodukte und Generika ab 2020, was auf eine verstärkte Markteinführung nach Patentablauf hinweist. Insgesamt verdeutlicht die Statistik die wachsende Bedeutung von Generika und Biosimilars neben den weiterhin dominanten patentgeschützten Medikamenten.

Smarte Wahl statt Vorurteil
Generika sind keine minderwertigen Medikamente. Sie bieten eine sichere, wirksame und kostensparende Alternative zu Originalpräparaten. Unterschiede bei Hilfsstoffen können bei sensiblen Patienten relevant sein, die therapeutische Wirkung bleibt jedoch gleich.
Entscheidend sind Wirksamkeit, Verträglichkeit und medizinische Beratung – nicht Preis oder Markenname. Für die Mehrheit der Patienten bietet das Generikum eine zuverlässige und ökonomisch sinnvolle Lösung.