US-Verbraucherpreise: Warum die Rate trotz Prognosen über 3,7 Prozent liegt
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Die Gesamtinflation in den USA ist im September 2026 im Zwölfmonatsvergleich auf 3,7 % gestiegen, wie aus dem Verbraucherpreisindex (CPI) hervorgeht. Gegenüber dem Vormonat zogen die Verbraucherpreise um 0,6 % an. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie liegt mit 2,6 Prozentpunkten spürbar niedriger, aber ebenfalls über dem Niveau des Vormonats.
Damit bestätigt sich eine Entwicklung, die bereits seit dem Sommer zu beobachten war: Die Gesamtrate liegt deutlich über der Kernrate, weil einzelne Preisgruppen – allen voran Energie – die Statistik derzeit stärker treiben als der breite Rest der Wirtschaft.
Woher die Zahl von 3,7 Prozent stammt
Der Wert stammt aus dem CPI-Bericht, den das Bureau of Labor Statistics am 14. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Die Behörde erhebt dafür monatlich Preise in 75 städtischen Gebieten, erfasst rund 6.000 Wohneinheiten und etwa 23.000 Einzelhandelsbetriebe. Der nächste CPI-Bericht für Oktober wird am 10. November 2026 erscheinen und zeigen, ob sich der Trend fortsetzt.
Regional gibt es deutliche Unterschiede: Im Raum Honolulu auf Hawaii lag die Inflationsrate im September um 1,5 Prozentpunkte über dem landesweiten Durchschnitt, wie aus einer Auswertung von USAFacts hervorgeht.
Benzin treibt die Rate stärker als alles andere
Der Hauptgrund für den Anstieg liegt an der Zapfsäule: Die Benzinpreise stiegen im September gegenüber dem Vormonat um 9,1 %, im Jahresvergleich sogar um 34,2 %. Damit machten die Benzinpreise allein über die Hälfte des gesamten monatlichen Anstiegs des Preisindex aus.
Der breitere Energieindex, der auch Strom und Heizöl einschließt, legte im September um 5,2 % zu und liegt im Zwölfmonatsvergleich um 20,4 % höher als vor einem Jahr. Bei den Unterkunftskosten, die traditionell einen großen Anteil am Warenkorb haben, zeigt sich ein gemäßigterer, aber stetiger Anstieg: plus 0,4 % im Monat und plus 3,2 % im Jahresvergleich.
Lebensmittel bremsen die Teuerung derzeit aus
Anders als bei Energie und Wohnen bewegten sich die Lebensmittelpreise im September kaum. Insgesamt blieben sie gegenüber dem Vormonat unverändert, im Jahresvergleich liegt der Anstieg bei 2,5 %. Im Einzelhandel sanken die Lebensmittelpreise sogar leicht um 0,1 %, während Restaurantpreise um 0,2 % zulegten.
Diese Gegenläufigkeit erklärt, warum die Kerninflation von 2,6 % deutlich ruhiger ausfällt als die Gesamtrate: Ohne die stark schwankenden Energiepreise wäre die Teuerung in den USA derzeit spürbar niedriger.
Ein Blick in die Geschichte
Zum Vergleich zeigt ein Blick in die Geschichte, wie ungewöhnlich hohe Inflationsraten tatsächlich sind: Der historische Höchststand des US-Verbraucherpreisindex lag im Juni 1920 bei 23,7 % – ein Wert, von dem die aktuelle Rate weit entfernt ist.