72 % für Pflicht-Vorschuljahr: Mehrheit will mehr Vorgaben in Kitas
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Eine klare Mehrheit der Deutschen will verbindliche Vorgaben in der frühkindlichen Bildung sehen. Das zeigt das ifo Bildungsbarometer 2026: 72 % der Befragten halten ein verpflichtendes Vorschuljahr für nötig, 79 % wollen bundesweit einheitliche Bildungsziele für Kitas.
Mehrheit für Vorschulpflicht
Nach den Zahlen des ifo Instituts befürworten 72 % der Befragten ein verpflichtendes Vorschuljahr. Fast ebenso groß ist der Rückhalt für bundesweit einheitliche, verbindliche Bildungsziele im Kita-Bereich: Hier stimmen 79 % zu. Noch deutlicher fällt die Zustimmung bei verpflichtenden Sprachtests aus: Knapp neun von zehn Befragten unterstützen solche Tests im Alter von viereinhalb Jahren. Damit zeigt sich eine breite Zustimmung zu mehr staatlicher Steuerung in einem Bereich, der bislang stark von regionalen Unterschieden geprägt ist.
Kitas bekommen gute Noten
Trotz des Rufs nach mehr Verbindlichkeit bewerten viele Menschen die Kitas vor Ort positiv. 53 % der Gesamtbevölkerung vergeben die Schulnoten 1 oder 2, bei den Eltern selbst sind es sogar 65 %. Im Schnitt liegt die Note bei den Eltern bei 2,27, in der Gesamtbevölkerung bei 2,52. Eltern, die ihre Kita aus eigener Erfahrung kennen, urteilen also noch etwas milder als die Bevölkerung insgesamt.
Platzsuche bleibt ein Problem
Bei der Suche nach einem Betreuungsplatz berichten 56 % der Eltern von eher wenigen Schwierigkeiten. Ein knappes Viertel schildert dagegen große Probleme. Über drei Viertel der Befragten sprechen sich dafür aus, Alleinerziehende oder Eltern in Vollzeitarbeit bei der Vergabe der Plätze zu bevorzugen. Wie der ifo-Ökonom Ludger Wößmann erklärt, bildet frühkindliche Bildung ein zentrales Fundament für die geistige, sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern.
Mehrheit für mehr Ausgaben
Für höhere Investitionen in die Kitas spricht sich etwa drei Viertel der Befragten aus. Große Mehrheiten befürworten zudem eine bessere Bezahlung des Kita-Personals sowie weniger bürokratischen Aufwand in den Einrichtungen. Auch mehr männliche Fachkräfte und mehr Quereinsteigende in den Kitas finden breite Zustimmung. Uneins ist die Bevölkerung dagegen beim Einsatz digitaler Medien in der pädagogischen Arbeit: Befürworter und Gegner halten sich hier ungefähr die Waage.
Personal und Herausforderungen
Als dringendste Probleme nennen die Befragten den Mangel an Kita-Plätzen und einen schlechten Betreuungsschlüssel. Grundlage des ifo Bildungsbarometers 2026 war eine Erhebung von Mai bis Juni 2026 unter 3.033 Personen zwischen 18 und 69 Jahren, darunter 965 Eltern mit Kindern bis zu sechs Jahren. Die Befragung galt als repräsentativ für Deutschland.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.