1 Megawatt pro 10.000 m²: Neuer Standortfaktor Stromverbrauch bei Rechenzentren
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Der Stromverbrauch von Rechenzentren ist zum zentralen Standortfaktor geworden, wie es bei der Expo Real 2026 in München heißt. Grund ist ein Netzangebot, das mit dem Energiebedarf vieler Projekte nicht mehr Schritt hält.
Auf der Immobilienmesse, die vom 5. bis 7. Oktober 2026 auf dem Gelände der Messe München stattfindet, wird investierbare Infrastruktur erstmals mit einem eigenen Forum und Konferenzprogramm behandelt. Das Thema Energie rückt dabei in den Mittelpunkt vieler Gespräche.
Der neue Richtwert
Als Standard gilt laut Andreas Liebsch von Go Asset Development ein Megawatt Strom pro 10.000 Quadratmeter Nutzfläche. Dieser Standortfaktor Strom betrifft vor allem zwei Immobilienarten: Rechenzentren und moderne Logistikflächen. Bei Logistikimmobilien steigt der Energiebedarf laut Liebsch durch Automatisierung, Robotik und E-Ladepunkte für Lastkraftwagen zunehmend in den Megawattbereich.
Strom wichtiger als Lage
Für groß angelegte KI-Trainingszentren ist die Stromverfügbarkeit nach Einschätzung von Morgan Laughlin (PGIM) häufig der wichtigste Standortfaktor überhaupt – noch vor klassischen Kriterien wie Anbindung oder Grundstückspreis. Latenzarme, cloudfähige Rechenzentren müssen dennoch in der Nähe großer Bevölkerungs- und Wirtschaftszentren liegen, da sie auf kurze Datenwege angewiesen sind.
Netze kommen nicht nach
Bestehende Stromleitungen und Netze sind laut Liebsch für die benötigten Energiemengen häufig nicht ausgelegt. Der Ausbau der Netze dauert Jahre. Dadurch können Logistikprojekte mancherorts nicht umgesetzt werden, weil schlicht kein ausreichendes Strom- und Netzangebot vorhanden ist.
Folgen für Grundstückspreise
Die Energiefrage wirkt sich direkt auf den Immobilienmarkt aus. Stromverfügbarkeit fließt laut Liebsch normalerweise bereits in den Grundstückspreis ein, zusätzliche technische Kosten werden in einer eigenen Due-Diligence-Prüfung ermittelt. Grundstückseigentümer verlangen für Flächen, auf denen Daten- oder Rechenzentren entstehen sollen, deshalb deutlich höhere Preise als für andere Gewerbegrundstücke.
Beispiele aus Österreich
Wie unterschiedlich Projekte behandelt werden, zeigen zwei Beispiele aus Österreich: Das im Bau befindliche Google-Rechenzentrum in Kronstorf benötigt keine Umweltverträglichkeitsprüfung, während für das geplante CloudHQ-Rechenzentrum in Leopoldsdorf eine solche Prüfung vorgeschrieben ist. Strom-, Wasser- und Flächenverbrauch von Rechenzentren sind damit in Österreich zu einem festen Diskussionspunkt geworden.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.