0,1 Prozent Plus: Warum der Konsum in Österreich trotz sinkender Inflation stagniert
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Der Konsum in Österreich wächst kaum. Grund für die Zurückhaltung der Haushalte sind laut Wifo-Prognose eine weiterhin hohe Inflation und sinkende Reallöhne.
Stagnation im Handel
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Einzelhandelsumsatz nominal um 2,1 Prozent, real blieb davon nur ein Plus von 0,1 Prozent übrig. Der Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln legte real nur leicht zu, umgerechnet gut ein Hundertstel, der Nichtnahrungsmittelhandel verzeichnete gar kein reales Wachstum.
Im Juni allein sank der reale Einzelhandelsumsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent, der Non-Food-Umsatz fiel um 1,6 Prozent. Einzig Lebensmittel und Genussmittel legten im Juni real um ein Vierzigstel, also rund 2,5 Prozent, zu.
Inflation sinkt leicht
Die Inflationsrate sank im Juli auf 2,8 Prozent, nachdem sie im Juni noch bei 3,2 Prozent gelegen hatte. Im Segment Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke gaben die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat Juli um vier Promille nach, was unter anderem an der gesenkten Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel liegt, die von 10 auf 4,9 Prozent reduziert wurde.
Deutlich teurer wurde es dagegen in anderen Lebensbereichen: Beim Verkehr betrug das Plus 6,4 Prozent, bei Gastronomie und Beherbergung rund ein Zwanzigstel, bei Versicherungen sowie Finanzdienstleistungen 4,2 Prozent und im Gesundheitsbereich 4,5 Prozent.
Reallöhne im Minus
Trotz sinkender Teuerung bleibt die Kaufkraft unter Druck: Das Wifo rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der realen Netto-Löhne und -Gehälter pro Kopf um 1,5 Prozent, für 2027 mit einem weiteren Minus von 0,2 Prozent.
Die staatlichen Anti-Inflationsmaßnahmen wie Mehrwertsteuer-Senkung, Miet- und Spritpreisbremse haben die Teuerung im laufenden Jahr laut Wifo um drei bis vier Zehntel Prozentpunkte gedrückt. Im kommenden Jahr soll dieser Effekt laut Wifo nur noch 0,15 Prozentpunkte betragen.
Industrie zieht an
Für das laufende Jahr erwartet das Wifo ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, das IHS geht von 0,8 Prozent aus. Getragen wird das Wachstum vor allem von der Industrie: Warenherstellung und Exporte sollen 2026 um gut ein Vierzigstel bis gut ein Fünfzigstel, also rund 2 bis 2,3 Prozent, zulegen.
Die privaten Konsumausgaben sollen laut Wifo im laufenden Jahr nur um 0,5 Prozent wachsen, das IHS rechnet mit 0,4 Prozent; für 2027 erwartet das Wifo ebenfalls ein halbes Prozent, das IHS 0,7 Prozent.
Die Arbeitslosenquote soll 2026 bei 7,6 Prozent liegen, 2027 rechnet das Wifo mit 7,3 Prozent und das IHS mit etwas mehr, rund 7,4 Prozent. Für das Bruttoinlandsprodukt 2027 hat das Wifo seine Prognose auf 1,3 Prozent angehoben, das IHS geht von 1,0 Prozent aus. Bei der Inflation erwartet das Wifo für 2027 einen Rückgang auf 2,6 Prozent, das IHS prognostiziert einen etwas höheren Wert von knapp unter drei Prozent.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.