22 Prozent der Erwachsenen zeigen depressive Symptome – psychische Gesundheit Deutschland
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Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts zeigen 22 % der Erwachsenen in Deutschland depressive Symptome, erhoben im Jahr 2024. Besonders betroffen sind junge Frauen.
- 22 % zeigen depressive Symptome, 17 % erhielten 2023 eine ambulante Diagnose
- Etwas mehr als jeder Vierte schätzt sein psychisches Wohlbefinden als eher schlecht ein
- Junge Frauen sind am stärksten belastet
- Psychische Erkrankungen gelten als Hauptursache für Frühberentungen
22 Prozent der Erwachsenen zeigen depressive Symptome
Nach der RKI-Erhebung aus dem Jahr 2024 berichten 22 % der befragten Erwachsenen von depressiven Symptomen. Im ambulanten Bereich lagen die tatsächlich gestellten Diagnosen depressiver Störungen im vergleichbaren Zeitraum bei 17 %.
Noch deutlicher fällt das subjektive Empfinden aus: 28 % der Erwachsenen schätzten ihr psychisches Wohlbefinden 2024 als eher schlecht ein. Nur 11 % der Befragten gaben an, sich psychisch eher gut zu fühlen. Die Lücke zwischen beiden Werten zeigt, wie breit das Unbehagen in der Bevölkerung inzwischen verteilt ist.
Seit 2020 steigt die Belastung vor allem bei jungen Frauen
Nach Angaben der RKI-Forscherin Caroline Cohrdes zeigen sich seit dem Jahr 2020 in mehreren Bereichen der psychischen Gesundheit Deutschland ansteigende negative Tendenzen. Besonders hoch fällt die Belastung bei jüngeren Erwachsenen aus, allen voran bei jungen Frauen.
Cohrdes zufolge sind Frauen insgesamt häufiger von depressiven Symptomen und Angstsymptomen betroffen als Männer. Zudem treten depressive Symptome häufiger bei Menschen ohne höheren Bildungsgrad und bei Personen mit niedrigem Einkommen auf. Der Mediziner Andreas Meyer-Lindenberg verweist zudem auf einen deutlichen Anstieg von Essstörungen bei jungen Menschen.
Meyer-Lindenberg: Psychische Erkrankungen treiben Frühberentungen
Laut Meyer-Lindenberg sind psychische Erkrankungen inzwischen die Hauptursache für Frühberentungen in Deutschland. Auch bei langen Krankschreibungen seien psychische Leiden mittlerweile einer der Hauptgründe.
Die Studie weist zudem auf soziale Folgen hin: Psychische Belastung kann zu Rückzug und Konflikten führen, was den Zusammenhalt in Familien und Nachbarschaften schwächt. Umgekehrt können soziale Verbundenheit und Unterstützung psychische Belastungen abfedern.
Was die Zahlen für Betroffene bedeuten
Der Psychiater Ulrich Hegerl ordnet die Zahlen ein: Depressionen seien eine eigenständige Erkrankung, die in hohem Maße auf vererbter oder erworbener Veranlagung beruhe. Menschen mit entsprechender Veranlagung erkrankten demnach auch unter guten äußeren Umständen.
Eine Depressions-Epidemie durch die vielfachen Krisen der vergangenen Jahre schließt Hegerl aus. Viren oder Kriege seien nicht die Ursache von Depressionen und Angsterkrankungen, könnten aber wie ein Auslöser wirken. Für Betroffene bedeutet das: Die steigenden Zahlen erklären sich nicht allein aus äußeren Ereignissen, sondern verweisen auf eine Erkrankung, die unabhängig von der Lage behandelbar bleibt.
Zusammenfassung in Zahlen
- 22 % der Erwachsenen zeigen depressive Symptome (2024)
- 17 % erhielten eine ambulante Diagnose (2023)
- Etwas mehr als jeder Vierte schätzt sein psychisches Wohlbefinden als schlecht ein
- 11 % fühlen sich psychisch eher gut
- Hauptursache für Frühberentungen: psychische Erkrankungen
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.