ASML-Gewinn steigt um 67 Prozent: Warum der Chipausrüster trotzdem mehr Kapazität braucht
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Der ASML-Gewinn ist im dritten Quartal 2026 kräftig gestiegen: Das Unternehmen bezifferte den Nettogewinn auf knapp 5 Milliarden Euro und übertraf damit den Wert des Vorquartals deutlich, auch der Umsatz legte spürbar zu. Der Chipausrüster gilt als Schlüssellieferant für die globale Halbleiterindustrie, seine Maschinen stellen Anlagen für die Chipproduktion für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz her.
Die Bruttomarge verbesserte sich im dritten Quartal auf 57,5 %, ein Plus von 3,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Die Quartalsergebnisse fielen besser aus als von Marktteilnehmern erwartet.
Der Vergleich zum Vorquartal zeigt das Tempo
Zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2026 wuchs der Gewinn um rund 67 %, der Umsatz um etwa 26 %. Beim Ausblick auf das vierte Quartal rechnet ASML mit Erlösen zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro sowie einer Bruttomarge von etwa 57 %. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von 44 bis 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge um 56 %. Damit zeigt sich ASML optimistischer als noch im Vorquartal.
Die Ursachen hinter dem Boom liegen im Ausbau von KI-Rechenzentren
Der Auftragseingang verstärkt sich laut Unternehmen von Quartal zu Quartal. ASML geht davon aus, dass die geplanten Produktionskapazitäten für 2027 und 2028 nicht ausreichen werden, um die Nachfrage der Kunden zu bedienen.
Das Unternehmen prüft deshalb, die für 2028 bereits angekündigte Kapazitätssteigerung von 30 % noch weiter zu erhöhen. Nach eigenen Angaben haben einige Kunden zudem bereits Interesse an Produktionskapazitäten für die Jahre 2029 und 2030 signalisiert – deutlich früher, als Bestellungen sonst üblich sind.
Was Fachleute für die kommenden Jahre erwarten
Das deutet darauf hin, dass der aktuelle Boom an der Börse bereits eingepreist ist, auch wenn das operative Geschäft weiter wächst.
Die ASML-Aktie reagierte uneinheitlich: Sie notierte zeitweise mit einem Plus von 2,08 % bei 1541 Euro, kurz zuvor war sie vorbörslich mit einem Abschlag von 0,9 % auf 1496,20 Euro gehandelt worden. Zudem beschloss ASML eine Zwischenausschüttung von 1,88 Euro pro Aktie, deren Auszahlung für November 2026 vorgesehen ist.
Die Zahlen im Überblick
- Umsatz drittes Quartal 2026: 11,7 Milliarden Euro, nach 9,3 Milliarden Euro im Vorquartal.
- Nettogewinn im dritten Quartal 2026: fast 5 Milliarden Euro, gegenüber knapp drei Milliarden Euro im Quartal zuvor.