580.000 IT-Fachkräfte, 2,5 Milliarden Złoty: Polens KI-Zahlen im Überblick
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In Polen entstehen derzeit einige der größten Rechenzentren Mittel- und Osteuropas. Das Unternehmen Atman errichtet in Duchnice bei Warschau drei Gebäude für insgesamt 2,5 Milliarden Złoty. Gleichzeitig zeigen die KI-Zahlen Polens ein geteiltes Bild: Während die Softwarebranche mit mehr als 580.000 IT-Fachkräften wächst, setzen laut Angaben aus Warschau bislang erst gut 40 % der dortigen Unternehmen eigene KI-Spezialisten ein.
- Atman investiert 2,5 Milliarden Złoty in drei Rechenzentrumsgebäude in Duchnice.
- Polen beschäftigt mehr als 580.000 IT-Fachkräfte, ein Viertel aller Tech-Talente Osteuropas.
- Warschau steigt bei Rechenzentrumskapazität von Platz drei in die zweite europäische Liga auf.
- Mehr als 40 % der Warschauer Unternehmen setzten Anfang 2024 KI-Fachleute ein.
Die Zahl und woher sie stammt
Das erste der drei geplanten Gebäude in Duchnice wurde in weniger als zwei Jahren errichtet. Die Anlagen sollen zusammen bis zu 50.000 Server aufnehmen, die Gesamtkapazität wird auf 43,2 Megawatt geschätzt. Damit folgt das Projekt einem landesweiten Trend: Polen belegt bei der Rechenzentrumskapazität europaweit bereits Platz sechs und ist Spitzenreiter in der Region Mittel- und Osteuropa.
Der Vergleich mit Vorjahr und Branche
Aktuell verfügen polnische Rechenzentren über eine Kapazität von 200 Megawatt, davon entfallen 70 bis 80 % auf den Raum Warschau. Laut Prognosen soll sich diese Kapazität zwischen 2024 und 2030 verdreifachen, auf dann rund 600 Megawatt – Warschaus Anteil daran könnte 80 bis 90 % erreichen. Parallel nutzen bereits 61 % der polnischen Unternehmen Rechenzentrumsdienstleistungen, ein Plus von 11 Prozentpunkten gegenüber 2022. Weitere 40 % der Firmen planen, ihre Ausgaben dafür zu erhöhen.
Woran der KI-Boom in Polen liegt
Grundlage sind gut ausgebildete Fachkräfte: An 84 Hochschulen des Landes kann Informatik studiert werden, und der Arbeitsmarkt gewinnt dadurch jedes Jahr mehr als 15.000 zusätzliche IT-Kräfte hinzu. Google betreibt in Warschau sein größtes Entwicklungszentrum in der Region und beschäftigt dort mehr als 2.000 Ingenieure. Auch Microsoft und Amazon haben in der Nähe der Hauptstadt Rechenzentren für Cloud- und KI-Dienste aufgebaut – Warschau ist damit der einzige Standort in Mittel- und Osteuropa mit Cloud-Regionen aller drei Hyperscaler.
In der Praxis zeigt sich das an Teamgrößen: Große Unternehmen in Polen beschäftigen häufig 40 bis 50 KI-Spezialisten. Ein polnischer KI-Anbieter gibt an, durch den Einsatz von KI-Werkzeugen 20 bis 40 % schneller liefern zu können – diese Angabe ist allerdings nicht unabhängig überprüft.
Was Fachleute von den KI-Zahlen Polens erwarten
Forschung und Infrastruktur sollen den Vorsprung sichern. Polnische Autoren veröffentlichten zwischen 2010 und 2021 knapp 14.000 Fachtexte zu künstlicher Intelligenz, EU-weit reichte das für Platz fünf. Bereits im Juni 2025 ging am Forschungszentrum PCSS in Poznań der Quantenrechner PIAST-Q in Betrieb, gebaut vom österreichischen Hersteller AQT. Darüber hinaus bereitet das PCSS den Aufbau der KI-Fabrik PIAST-AI vor, die über etwa 1.000 Grafikprozessoren verfügen soll. Der Pole Jacek Krawczyk arbeitete zudem in führender Position an Googles Sprachprogramm Bard mit.
Zusammenfassung in Zahlen
- 2,5 Milliarden Złoty investiert Atman in drei Rechenzentren bei Warschau.
- 580.000 IT-Fachkräfte arbeiten in Polen, ein Viertel aller Tech-Talente Osteuropas.
- 200 Megawatt Rechenzentrumskapazität soll sich bis 2030 verdreifachen.
- 61 % der polnischen Unternehmen nutzen bereits Rechenzentrumsdienste.
- 40 % der Warschauer Firmen setzten Anfang 2024 eigene KI-Spezialisten ein.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.