32 Basispunkte in einer Woche: Risikoaufschlag für Frankreich so hoch wie seit 1990 nicht mehr
Autohaus Temmer vergibt top KFZ-Mechaniker Jobs mit Aufstiegsmöglichkeiten in Leibnitz
Ein Job als Quereinsteiger in Leibnitz? Bei Partl Bau sind die Chancen besonders hoch
Die Eurokrise 2024 zeigt sich in mehreren Marktindikatoren gleichzeitig: Anleiherenditen laufen auseinander, und die Gemeinschaftswährung gerät unter Druck. Auch Spanien und Italien geraten laut Handelsblatt zunehmend ins Visier der Anleihe-Investoren. Die folgenden Abschnitte ordnen die wichtigsten Zahlen der Eurokrise 2024 ein.
32 Basispunkte in einer Woche: Der stärkste Anstieg seit 1990
Der Abstand zwischen den Renditen zehnjähriger französischer und deutscher Staatsanleihen gilt als wichtigstes Fieberthermometer für das Vertrauen der Anleger in die Eurozone. Dieser Spread kletterte binnen sieben Tagen um 32 Basispunkte – ein Tempo, das es seit Beginn der verfügbaren Daten 1990 nicht gegeben hat.
Beim absoluten Niveau unterscheiden sich die Angaben je nach Messzeitpunkt: Der Spread lag nach dem Anstieg bei 141 Basispunkten und näherte sich zu Wochenbeginn sogar 150 Basispunkten. An einem Handelstag betrug der Renditeaufschlag demnach 152 Basispunkte und steuerte damit auf den höchsten Stand seit 2011 zu. Beide Werte liegen damit in der Nähe des Niveaus der europäischen Staatsschuldenkrise vor etwa 14 Jahren.
Euro fällt auf 1,116 Dollar – tiefster Stand seit 17 Monaten
Der Euro-Dollar-Kurs rutschte am Montag auf 1,116 Dollar ab, den niedrigsten Stand seit 17 Monaten. Der Dollar ist in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen, während Anleger die Europa-Story zunehmend skeptisch beurteilen. Ein Marktteilnehmer beschreibt die Stimmung so, dass die Erzählung von einem stabilen Europa derzeit kaum noch trage.
Am Anleihemarkt hat laut der Analystin Kim Crawford bereits ein erheblicher Risikoabbau in hohem Tempo eingesetzt. Gegenüber ihrem jüngsten Höchststand gab die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um über 20 Basispunkte nach, allein an einem Handelstag ging sie um neun Basispunkte auf 3,42 % zurück. Französische Anleihen bewegten sich in die Gegenrichtung: Ihre Rendite stieg an diesem Tag um zwei Basispunkte auf 4,94 % und erreichte zwischenzeitlich beinahe die Fünf-Prozent-Marke – den höchsten Stand seit 2002.
Frankreichs Schuldenberg von 3.596 Milliarden Euro treibt die Zinsen
Hinter den Zahlen steckt die Haushaltslage Frankreichs. Seit dem Jahr 1973 ist es dem Land nicht mehr gelungen, einen Haushalt ohne Defizit zu beschließen. Die Staatsschulden belaufen sich mittlerweile auf rund 3.596 Milliarden Euro, etwa 119 % der Wirtschaftsleistung.
Premierminister Sébastien Lecornu plant für den Haushalt 2027 Einsparungen von 54 Milliarden Euro. Darüber hinaus wird Frankreich dem Vernehmen nach im Jahr 2027 zusätzlich frisches Kapital von etwa 338 Milliarden Euro am Markt beschaffen müssen. Allein für den Schuldendienst sind 81 Milliarden Euro veranschlagt – 15 % mehr, als bisher angenommen wurde. Die französische Haushaltsaufsicht bewertete den jüngsten Haushaltsentwurf der Regierung bereits als zu optimistisch in seinen Annahmen. Zusätzlich verstärken Sorgen über steigende Energiepreise die Zweifel an der Haushaltskontrolle.
- Risikoaufschlag Frankreich-Deutschland: +32 Basispunkte in einer Woche
- Spread-Niveau: je nach Quelle 141 bis 152 Basispunkte
- Französische Staatsschulden: rund 3.596 Milliarden Euro, etwa 119 % des BIP
- Geplanter Kapitalbedarf Frankreichs 2027: rund 338 Milliarden Euro
Die Eurokrise 2024 in Zahlen zusammengefasst
- Risikoaufschlag Frankreich-Deutschland: +32 Basispunkte in einer Woche, stärkster Anstieg seit 1990
- Euro-Dollar-Kurs: 1,116 Dollar, tiefster Stand seit 17 Monaten
- Französische Anleiherendite (10 Jahre): zeitweise knapp 5 %, höchster Stand seit 2002
- Deutsche Anleiherendite (10 Jahre): zeitweise 3,6 %, zuletzt 3,42 %
- Französische Staatsschulden: rund 3.596 Milliarden Euro, 119 % des BIP
- Geplanter Kapitalbedarf Frankreichs 2027: rund 338 Milliarden Euro
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.