Kleine und mittlere Unternehmen können für digitales Coaching eine Förderung von bis zu 11.520 Euro erhalten. Grundlage dafür ist das INQA-Coaching, eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, bei der vier Fünftel der Beratungskosten vom Staat getragen werden. Der Eigenanteil der Betriebe liegt bei maximal 2.880 Euro.
11.520 Euro Förderung finanzieren bis zu zwölf Beratungstage
Die Höchstsumme ergibt sich aus der Kostenstruktur des Programms: Gefördert werden bis zu zwölf Beratungstage à acht Stunden, jeder Tag kostet netto 1.200 Euro. In Summe ergeben sich maximale Gesamtkosten von 14.400 Euro, von denen der Staat den Großteil übernimmt.
Die Mittel dafür stammen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus sowie aus dem Haushalt des Bundesarbeitsministeriums. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar, allerdings müssen Unternehmen die Kosten zunächst vollständig aus eigenen Mitteln bezahlen und erhalten die Erstattung erst nach Abschluss und Prüfung des Coachings.
Mehr als 3.000 Unternehmen nutzen das Programm seit 2023
INQA-Coaching ist seit 2023 am Markt und löste das Vorgängerprogramm „unternehmensWert: Mensch“ ab, das Ende 2022 auslief. Jenes Programm unterstützte über sieben Jahre rund 12.000 Betriebe. Beim Nachfolgeprogramm nutzen inzwischen mehr als 3.000 Unternehmen bundesweit die Förderung, beraten über mehr als 30 INQA-Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet. Der Förderzeitraum ist bis 2028 angesetzt.
Diese Voraussetzungen entscheiden über die Förderung
Nicht jeder Betrieb kommt infrage. Die Kriterien grenzen das Programm auf kleine und mittlere Unternehmen ein, die ihren Sitz und ihre Betriebsstätte in Deutschland haben.
- Das Unternehmen beschäftigt mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Vollzeit und höchstens 250 Mitarbeiter.
- Der Betrieb ist seit mindestens zwei Jahren am Markt tätig.
- Der Jahresumsatz liegt unter 50 Millionen Euro, die Jahresbilanzsumme unter 43 Millionen Euro.
- Innerhalb der letzten drei Steuerjahre dürfen Unternehmen zusammen mit der INQA-Förderung höchstens 200.000 Euro an staatlichen Beihilfen erhalten haben.
- Zudem ist ein Beratungsscheck nötig, etwa ausgestellt von der IBS Nordhessen, der bis zu sieben Monate gültig bleibt.
Was das Coaching in der Praxis bewirkt
Anders als ein klassischer Unternehmensberater tritt der INQA-Coach als Moderator und Impulsgeber auf.
Nach dem Abschluss des Coachings wird in einem Zeitfenster von drei bis sechs Monaten überprüft, welche Ergebnisse erzielt wurden.
Was Betriebe bei der Antragstellung beachten müssen
Wer die Förderung nutzen will, muss das Coaching innerhalb von sieben Monaten abschließen und den Antrag auf Erstattung spätestens einen Monat nach Ende des Coachings einreichen. Weil die Kosten zunächst vorfinanziert werden müssen, lohnt sich die Förderung vor allem für Betriebe mit ausreichend Liquidität.
Für sie bleibt digitales Coaching dennoch eine der günstigeren Wege, Digitalisierung und Prozessveränderungen professionell begleiten zu lassen, ohne die vollen Beratungskosten allein zu tragen.



