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Startseite Umfragen und Studien 1.683 Firmenpleiten im Oktober: Warum das IWH trotzdem Entspannung sieht

1.683 Firmenpleiten im Oktober: Warum das IWH trotzdem Entspannung sieht

Besonders betroffen sind Jobs in der Industrie und in Hessen, doch Frühindikatoren des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle deuten für die letzten beiden Monate des Jahres auf eine Entspannung hin.

Ein verschlossenes Fabriktor steht sinnbildlich für die hohe Zahl der Firmenpleiten im Oktober 2026 – Foto: Tama66 / Pixabay
Foto: Tama66 / Pixabay

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland lag im Oktober 2026 bei 1.683 Fällen und damit auf einem weiterhin hohen Niveau. Besonders viele Arbeitsplätze gingen durch Großinsolvenzen verloren, vor allem in der Industrie und in Hessen.

Die Zahl im Oktober

Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilt, kletterte die Anzahl der Insolvenzen bei Personen- und Kapitalgesellschaften im Oktober 2026 verglichen mit dem Vormonat um 1 % auf 1.683 Fälle. Gegenüber Oktober 2025 entspricht das rund einem Zehntel mehr. Damit lag der Wert um 83 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, also der Zeit vor der Corona-Pandemie.

Jobs in Gefahr

In den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen waren im Oktober laut IWH rund 16.800 Arbeitsplätze betroffen, ein Anstieg von 45 % gegenüber dem Vormonat und von 21 % gegenüber dem Vorjahr. Verglichen mit dem Vor-Corona-Durchschnitt liegt dieser Wert mehr als doppelt so hoch.

Bundesweit traf es laut IWH im Verarbeitenden Gewerbe 9.400 Stellen, den zweithöchsten Stand, seit das Institut diese Werte erhebt. Nur im September 2024 war der Wert mit 10.500 betroffenen Stellen höher.

Regionale Spitzenwerte

In Hessen erreichte die Zahl der Insolvenzen im Oktober mit 180 Fällen einen Rekordwert seit Beginn der IWH-Erhebungen. In Baden-Württemberg wiederum wurde beim Verarbeitenden Gewerbe ein Höchststand von 6.500 betroffenen Arbeitsplätzen verzeichnet. Zu den bekannten Insolvenzfällen des Monats zählte laut IWH die VARTA AG samt verbundener Unternehmen.

Blick aufs Quartal

Im September 2026 waren es laut IWH 1.666 Insolvenzen, ein Plus von 9 % zum August und gut jeden achten Fall mehr als im Vorjahresmonat. Für das dritte Quartal 2026 registrierte das Institut 4.880 Insolvenzfälle, was einem Minus von 2,3 % gegenüber dem zweiten Quartal entspricht, das seinerseits mit einem 21-Jahres-Höchststand den vorigen Rekord aufgestellt hatte. Der Wert im dritten Quartal war dennoch der zweithöchste seit 2005.

Die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze sank im dritten Quartal um 10 % auf 41.000, blieb damit aber deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Laut IWH kletterten die Werte seit 2020 auf neue Höchststände bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern, in der Branche Information und Kommunikation sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen.

Mehrere größere Pleitefälle im Verarbeitenden Gewerbe und bei Industriemontagen sorgten dafür, dass in Thüringen im dritten Quartal etwa 2.500 Jobs betroffen waren.

Lichtblick für Ende 2026

Für die kommenden Monate zeichnet sich laut IWH eine Entspannung ab: Die Frühindikatoren des Instituts deuten auf sinkende Insolvenzzahlen im November und Dezember 2026 hin. Diese Indikatoren laufen dem tatsächlichen Insolvenzgeschehen typischerweise zwei bis drei Monate voraus. Steffen Müller, Leiter der Insolvenzforschung am IWH, bewertet das aktuelle Niveau der Firmenpleiten dennoch als außergewöhnlich hoch.

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