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Startseite Umfragen und Studien 40 Prozent Förderquote: Wie Deutschland Innovationspotenzial verschenkt

40 Prozent Förderquote: Wie Deutschland Innovationspotenzial verschenkt

Eine Studie zeigt, warum viele Unternehmen das Instrument bislang nicht nutzen, und schlägt höhere Förderobergrenzen vor.

Laborarbeitsplatz mit Glaskolben symbolisiert das ungenutzte Innovationspotenzial Deutschlands in der Chemie- und Pharmaforschung – Foto: Pexels / Pixabay
Foto: Pexels / Pixabay

Rund 40 Prozent der Unternehmen nutzen die Forschungszulage

Seit 2021 können Unternehmen in Deutschland die staatliche Forschungszulage beantragen, um Forschungs- und Entwicklungsprojekte steuerlich fördern zu lassen. Eine Studie zeigt nun, wie stark die Chemie-, Pharma- und Biotechindustrie dieses Instrument tatsächlich nutzt. Demnach haben etwa 40 % der rund 2.700 förderfähigen Unternehmen dieser Branche seit 2021 einen Antrag gestellt.

Die bewilligten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben summierten sich dabei auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Das zeigt, dass die Förderung dort, wo sie genutzt wird, erhebliche Summen bewegt – doch mehr als die Hälfte der förderfähigen Betriebe hat bislang keinen Antrag gestellt.

Chemie und Pharma zeigen deutliche Unterschiede bei den Anträgen

In der Chemieindustrie haben insgesamt 714 Unternehmen eine Forschungszulage beantragt, in der Pharmaindustrie waren es 352. Besonders kleine und mittlere Unternehmen greifen auf das Instrument zurück: In der Chemie entfielen 73 % der Anträge auf solche Betriebe, in der Pharmaindustrie lag der Anteil sogar bei 81 %.

Die Forschungszulage erreicht damit gezielt den Mittelstand, der größere Forschungsvorhaben sonst seltener in diesem Umfang finanzieren kann. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein großer Teil der Branche das Angebot bislang nicht nutzt.

Woran die geringe Nutzung liegt

Die derzeitige Förderobergrenze der Forschungszulage liegt bei 12 Millionen Euro pro Jahr und Unternehmen. Für größere Forschungsvorhaben reicht dieser Rahmen oft nicht aus. Auch bei der themenspezifischen Technologieförderung des Bundes kommt die Branche unterdurchschnittlich vor.

Zwischen 2021 und 2025 stellte der Bund für thematisch ausgerichtete Technologieprogramme jährlich acht Milliarden Euro bereit. Auf chemie-, pharma- und biotechnahe Technologien entfielen davon lediglich etwa 7 %, umgerechnet rund 500 Millionen Euro. Im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand lag der Anteil für diese Technologien dagegen bei 20 %.

Die Branche gilt dabei keineswegs als forschungsschwach: Allein 2025 flossen knapp 16 Milliarden Euro der chemisch-pharmazeutischen Industrie in eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeit, und seit dem Jahr 2010 sind in diesem Feld über 400 neue Start-ups entstanden.

Was die Studie für mehr Innovation empfiehlt

Die Studie schlägt vor, die Förderobergrenze der Forschungszulage von 12 auf 25 Millionen Euro anzuheben. Zudem solle das Antragsverfahren vereinfacht und digitale Unterstützungsangebote beim Antragsprozess ausgebaut werden, damit mehr Unternehmen die Förderung nutzen können.

Zudem empfiehlt die Studie, die themenbezogene Technologieförderung stärker auf die Anforderungen von Chemie-, Pharma- und Biotechunternehmen zuzuschneiden und Räume für Experimente sowie Reallabore zu schaffen, in denen sich neue Technologien unter realistischen Bedingungen testen lassen.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • Etwa 40 % der rund 2.700 förderfähigen Unternehmen haben seit 2021 eine Forschungszulage beantragt.
  • Die bewilligten Vorhaben summierten sich auf knapp 3,6 Milliarden Euro.
  • Die Förderobergrenze liegt derzeit bei 12 Millionen Euro, die Studie empfiehlt eine Anhebung auf 25 Millionen Euro.
  • Auf chemie-, pharma- und biotechnahe Technologien entfielen nur rund 7 % der acht Milliarden Euro jährlicher Technologieförderung des Bundes zwischen 2021 und 2025.
  • Im Jahr 2025 flossen rund 16 Milliarden Euro aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Forschung und Entwicklung.
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