16,2 Prozent weniger Lohn in Kärnten: Was der Equal Pay Day über die Lohnlücke verrät
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Der Equal Pay Day fällt in Kärnten 2026 auf den 3. November. Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen in Kärnten rechnerisch unbezahlt, wenn man ihr Jahreseinkommen mit dem ihrer männlichen Kollegen vergleicht. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen liegt bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten in Kärnten im zweistelligen Prozentbereich.
Daraus ergibt sich rechnerisch ein Rückstand von 59 zusätzlichen Arbeitstagen, die Frauen benötigen würden, um auf das Jahreseinkommen eines männlichen Kollegen zu kommen. Der Equal Pay Day macht diese Lücke sichtbar, indem er den verbleibenden Jahresrest symbolisch als unbezahlte Arbeitszeit markiert.
Wo klafft die Lohnlücke am weitesten?
Innerhalb Kärntens unterscheidet sich der Einkommensunterschied deutlich von Bezirk zu Bezirk. Im Bezirk Spittal an der Drau verdienen Frauen durchschnittlich 24,7 % weniger als Männer – fast ein Viertel des Einkommens fehlt damit. In der Stadt Klagenfurt fällt die Differenz mit 10,9 % spürbar geringer aus, bleibt aber bestehen.
Der Abstand zwischen Stadt und ländlichem Bezirk zeigt, dass die Einkommenslücke kein einheitliches Kärntner Phänomen ist, sondern stark von der regionalen Wirtschaftsstruktur abhängt.
Woran liegt der Einkommensunterschied?
Verantwortlich dafür sind vor allem unterschiedliche berufliche Laufbahnen, eine ungleiche Verteilung von Männern und Frauen auf Branchen und Führungsebenen sowie die Betreuungsarbeit innerhalb der Familie. Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen werden häufig von Frauen übernommen, was berufliche Möglichkeiten und die Einkommensentwicklung beeinflussen kann.
Teilzeitarbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, führt zu weniger Einkommen, einer niedrigeren Pension und einer höheren finanziellen Abhängigkeit. Geschlechtsbezogene Diskriminierung beim Entgelt ist dabei seit Jahrzehnten gesetzlich verboten, die strukturellen Ursachen liegen also woanders.
Was fordert die Kärntner Politik?
Mehrere Parteien reagieren auf den Equal Pay Day mit politischen Forderungen.
- Team Kärnten verlangt konkrete Schritte zur schnelleren Verringerung der Einkommensunterschiede.
- FPÖ-Politikerin Tina Angela Berger verlangt bessere Bedingungen für Familien und mehr Freiheit bei der Wahl der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen.
- Grünen-Politikerin Olga Voglauer fordert die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie.
- Olga Voglauer fordert zudem leistbare Kinderbetreuung und eine gerechtere Verteilung unbezahlter Betreuungsarbeit.
Nach Einschätzung von Olga Voglauer soll dadurch für Beschäftigte transparenter werden, wie sich ihr Gehalt zusammensetzt und ob gleiche oder gleichwertige Arbeit tatsächlich gleich entlohnt wird.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.