10 Kontaktkanäle im Schnitt: Digital Business Report zeigt, warum Firmen ihre Kundendaten liegen lassen
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Entscheidungsträger im B2B-Geschäft nutzen aktuell im Schnitt 10 Kontaktkanäle, um mit ihrer Kundschaft in Verbindung zu bleiben. Das zeigt der Digital Business Report 2026, für den die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) im Sommer 2026 über sechs Wochen hinweg kleine und mittlere Unternehmen aus drei Kommunen einer Region befragt hat.
Insgesamt flossen Antworten von 38 Unternehmen in die Auswertung ein, von denen 81,6 % weniger als 50 Beschäftigte zählen und 84,2 % im B2B-Bereich tätig sind.
Die Studie macht einen klaren Alltagsbezug deutlich: Digitale Kundenkommunikation ist für kleine Betriebe längst Standard, nicht mehr Ausnahme.
Der Vergleich mit 2016
Vor zehn Jahren lag die durchschnittliche Zahl der genutzten Kontaktkanäle noch bei 5. Die Zahl hat sich damit binnen eines Jahrzehnts verdoppelt. Fast alle befragten Unternehmen, nämlich 92,1 %, betreiben heute eine eigene Website, ebenso viele nutzen elektronische Post zur Kundenkommunikation.
Soziale Netzwerke sind mittlerweile bei 86,8 % der Unternehmen Teil der Kommunikationsstrategie. Unter den Netzwerken liegt LinkedIn vorn, gefolgt von Instagram auf Platz zwei. Damit zeigt sich: Die Kanalvielfalt ist gewachsen, doch zwei Plattformen dominieren das Bild klar.
Mehr Kanäle, mehr KI
Mit den zusätzlichen Kanälen wächst auch der Einsatz künstlicher Intelligenz. 90 % der Unternehmen nutzen KI bereits zur Erstellung von Texten, Bildern oder Videos. Für Datenanalysen setzen sie dagegen nur 25 % der Betriebe ein, im Vertrieb und Kundenservice ist es dagegen nur jeder Fünfte.
Die Bedeutung digitalen Kundenkontakts für den Geschäftserfolg wächst parallel: Derzeit bewerten ihn 50 % der befragten Unternehmen als sehr wichtig. In drei Jahren, bis 2029, erwarten laut Hochschule bereits rund 66 % der Unternehmen diese Einschätzung für sich selbst.
Daten bleiben liegen
Trotz der vielen Kanäle zeigt der Digital Business Report eine Lücke bei der Auswertung der gesammelten Daten. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen wertet Daten aus dem Kundenkontakt nur mit geringer Intensität aus. Ein Viertel der Betriebe führt nach eigenen Angaben überhaupt keine Auswertung von Kundenkontaktdaten durch.
Damit entsteht ein Gegensatz zwischen digitaler Präsenz und digitaler Analyse: Firmen sind online sichtbar und erreichbar, nutzen die daraus entstehenden Informationen aber selten systematisch für ihr Geschäft.