Rapserdfloh-Schäden ohne Zahlen: Warum der Bund den Überblick verliert
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Zu den Rapserdfloh-Schäden liegen der Bundesregierung keine prozentualen Daten vor. Das geht aus einer aktuellen Antwort an den Bundestag hervor. Damit fehlt eine bundesweite Zahl, obwohl der Schädling regelmäßig Winterraps befällt.
Keine festen Zahlen
Die Bundesregierung stützt sich stattdessen auf Untersuchungen des Julius-Kühn-Instituts. Das Institut führt gemeinsam mit den Bundesländern ein bundesweites Resistenzmonitoring bei Rapsschädlingen durch. Eine einzelne Kennzahl zu Ertragsausfällen oder Preisfolgen für Verbraucher lässt sich daraus bislang nicht ableiten.
Regionale Unterschiede
Nach Angaben der Bundesregierung schwanken die Schäden durch den Rapserdfloh regional und zeitlich. Ein Jahr mit starkem Befall in einer Region kann demnach in der nächsten Saison oder in einem anderen Bundesland deutlich schwächer ausfallen. Diese Schwankungen erschweren eine einheitliche Statistik zusätzlich.
Befall im Herbst
Die Larven des Rapserdflohs befallen vor allem im Herbst Winterraps. Der Schädling beschränkt sich dabei nicht allein auf Raps: Auch Kohl und Rüben zählen zu den befallenen Kulturen. Die Fraßschäden hemmen das Wachstum der Pflanzen und wirken sich damit potenziell auf den Ertrag aus, auch wenn eine Zahl dazu fehlt.
Verbotene Wirkstoffe
Ein wirksames Mittel gegen den Rapserdfloh ist in Deutschland seit 2013 verboten: Neonikotinoide dürfen seither nicht mehr eingesetzt werden. 2023 stellte der Europäische Gerichtshof zudem klar, dass Mitgliedstaaten keine Notfallzulassungen für mit Neonikotinoiden behandeltes Saatgut erteilen dürfen.
Als Grund gilt die hohe Giftwirkung der Substanzen: Sie wirken nicht nur gegen Schädlinge wie den Rapserdfloh, sondern schaden auch Bienen und anderen bestäubenden Insekten, was die Vielfalt der Arten insgesamt bedroht.
Landwirte stehen dem Rapserdfloh damit weitgehend ohne die frühere chemische Lösung gegenüber.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.