Familienunternehmen und Künstliche Intelligenz: Warum der Technologie-Vorsprung nicht reicht
Autohaus Temmer vergibt top KFZ-Mechaniker Jobs mit Aufstiegsmöglichkeiten in Leibnitz
Beim International Roundtable on SMEs, den das IfM Bonn seit 2014 jährlich ausrichtet, trafen Forschende aus mehreren Ländern am 22. Oktober 2026 in Berlin zusammen, um Mittelstand und Familienunternehmen zu vergleichen.
Ein zentrales Ergebnis: Familienunternehmer und KMU-Eigentümer sind deutlich häufiger als Gründer in hochtechnologieintensiven Branchen tätig. Trotzdem setzen gerade sie seltener Künstliche Intelligenz ein, wie Armin Baharian bei der Konferenz darlegte.
Der Befund wirkt zunächst widersprüchlich: Wer in technologienahen Branchen arbeitet, müsste eigentlich näher an neuen Werkzeugen wie Künstlicher Intelligenz sein.
Gründer im Mittelstand verbinden ihre Geschäftsmodelle laut Baharian häufiger mit Künstlicher Intelligenz und schätzen ihre eigenen Wachstumsaussichten besser ein als Familienunternehmer und klassische KMU-Eigentümer.
Was den Unterschied zwischen Gründern und Familienunternehmern ausmacht
Baharian führte aus, dass mittelständische Unternehmen eine stärkere Wachstumsdynamik erzielen könnten, wenn Inhaber ihre Geschäftsmodelle stärker mit Künstlicher Intelligenz verknüpfen. Für etablierte Familienunternehmen bedeutet das: Der technologische Vorsprung in der Branche allein reicht nicht, solange neue Werkzeuge im Alltag nicht genutzt werden.
Ein zweiter Diskussionsstrang der Konferenz betraf die Resilienz von Familienunternehmen selbst.
Die Einbindung der Familie könne in Krisenzeiten eine wichtige Stütze sein, so de Groote weiter, zugleich aber auch selbst neue Krisen auslösen, etwa durch Konflikte innerhalb der Eigentümerfamilie.
Wie Finanzierung und Risikobereitschaft zusammenhängen
Diese Ablehnung durch die Unternehmen selbst stelle ein größeres Problem dar als die Ablehnung durch Banken, so Cowling. Fintech-Unternehmen seien dabei kein Allheilmittel für Finanzierungsprobleme.
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich der Finanzierung von Gründerinnen.
Zudem zeigt sich bei weiblichen Business Angels eine um 9 Prozentpunkte höhere Neigung, Kapital in Startups von Gründerinnen zu stecken, als es bei ihren männlichen Pendants der Fall ist.
Was das IfM Bonn daraus ableitet
Das IfM Bonn sieht darin einen Ansatzpunkt: Die Förderung von Netzwerken weiblicher Business Angels und eine stärkere Vernetzung mit Gründerinnen könnten demnach zu besseren Finanzierungschancen für frauengeführte Startups führen. Für die Praxis bedeutet das: Wer als Gründerin Kapital sucht, profitiert möglicherweise stärker von gezielten Kontakten zu weiblichen Investorinnen als vom allgemeinen Kreditmarkt.
Für Familienunternehmen und Mittelständler insgesamt liefert die Konferenz damit zwei Leitlinien: Wachstumschancen hängen zunehmend davon ab, ob Künstliche Intelligenz tatsächlich im Geschäftsmodell ankommt, und Resilienz ist weniger eine Frage der Rücklagen als der Fähigkeit, Ressourcen und familiäre Bindungen gezielt einzusetzen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.