70 statt 41 Prozent: Was KI in der IT-Ausbildung wirklich bringt
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Auszubildende in der IT lösen mit Künstlicher Intelligenz Aufgaben, die eigentlich für Hochschulabsolventen gedacht sind. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende des ifo Instituts gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung in einer gemeinsamen Untersuchung zum KI-Einsatz in der Ausbildung. Mit ChatGPT erreichten die Azubis bei Aufgaben auf Hochschulniveau rund 70 % der möglichen Punkte.
Woher die Zahlen stammen
Zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 begleiteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür ein Experiment, das direkt im laufenden Unterrichtsbetrieb stattfand. Ohne Hilfsmittel erreichten die Teilnehmenden bei denselben Aufgaben nur rund 41 % der Punkte. Teilgenommen haben 673 angehende Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker im letzten Ausbildungsjahr, aus den Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration.
Die Untersuchung umfasste zwölf Berufsschulen in sechs Bundesländern. Eine Gruppe arbeitete mit ChatGPT Pro und Internetzugang, die Vergleichsgruppe löste dieselben Aufgaben ohne Internet und ohne KI-Werkzeug.
Der Vergleich der Gruppen
Noch deutlicher fiel der Unterschied bei Aufgaben auf Prüfungsniveau aus: Mit KI stieg die Punktzahl von rund 22 % auf rund 66 %. Damit verbesserte sich die Erfolgsquote bei diesen Aufgaben fast auf das Dreifache.
Bemerkenswert ist dabei ein weiterer Befund: Die Gruppe mit KI schnitt beim Verständniswissen unmittelbar nach den Aufgaben nicht schlechter ab als die Gruppe ohne KI, teilweise sogar besser. Die Sorge, KI-Nutzung gehe zwangsläufig auf Kosten des eigentlichen Lernens, bestätigte sich in diesem kurzfristigen Test also nicht.
Warum der Unterschied so groß ist
Außerhalb des Experiments ist der Umgang mit KI im Berufsschulalltag schon weit verbreitet: 84 % der befragten Azubis nutzen demnach bereits KI in der Berufsschule. Gleichzeitig gibt nur jeder sechste an, dort auch zu lernen, wie man richtig mit KI umgeht.
Offene Fragen bleiben
Die Daten aus dem Feldexperiment liefern dazu bislang nur eine Momentaufnahme aus dem Unterricht zwischen Oktober 2025 und Januar 2026.