DDI-Wert 0,73: Warum Deutschlands digitale Abhängigkeit weiter wächst
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Deutschland kommt beim Digital Dependence Index (DDI) im Jahr 2023 auf einen Wert von 0,73. Das geht aus einer Studie der Arbeitsgruppe CASSIS der Universität Bonn hervor, die 51 Industrie- und Schwellenländer zwischen 2010 und 2023 untersucht hat.
Damit liegt Deutschland weltweit auf Rang 25, gleichauf mit Österreich und Thailand, und über dem europäischen Durchschnitt von 0,69. Der Index misst die digitale Abhängigkeit von Ländern auf einer Skala von 0 bis 1 in vier Bereichen: Handel mit IKT-Hardware, Handel mit IKT-Dienstleistungen, digitale Plattformen und Technologiepatente. Je höher der Wert, desto stärker hängt ein Land von ausländischen Anbietern ab.
Warum wächst die digitale Abhängigkeit in Deutschland?
Deutschlands digitale Verwundbarkeit hat sich zwischen 2010 und 2023 um 2,4 Prozentpunkte verschärft. Laut CASSIS liegt das vor allem an der wachsenden Abhängigkeit bei Software und IT-Dienstleistungen. Bei digitalen Plattformen wie Betriebssystemen, Suchmaschinen und Cloud-Diensten ist Deutschland praktisch vollständig auf ausländische Anbieter angewiesen.
Eine Ausnahme bilden Technologiepatente: Hier weist Deutschland unter den europäischen Staaten die geringste Abhängigkeit auf. Trotzdem bleibt ein deutlicher Rückstand zu den führenden Nationen bestehen. Gegenüber den USA beträgt der Abstand bei IKT-Patenten 26 %, gegenüber China 20 %, gegenüber Südkorea macht er rund ein Achtel aus.
Wie unabhängig sind die USA und China im Vergleich?
Während Europas Abhängigkeit steigt, entwickeln sich die beiden größten Technologienationen gegenläufig. Die USA kommen 2023 auf einen DDI-Wert von 0,38, den niedrigsten aller 51 untersuchten Länder, und haben ihre Abhängigkeit seit 2010 um 6,0 Prozentpunkte gesenkt. China liegt bei 0,43 und verzeichnet mit minus 10,9 Prozentpunkten den stärksten Rückgang im Vergleich.
Im europäischen Durchschnitt liegt der DDI-Wert bei Dienstleistungen bei 0,42 und bei Hardware bei 0,59. Der Kontinent bewegt sich damit in die entgegengesetzte Richtung wie seine beiden größten Konkurrenten auf dem Weltmarkt für Technologie.
Was sagen Fachleute zu Europas Technologie-Abhängigkeit?
Zudem zeigt die Studie, dass europäische Länder kein einheitliches Abhängigkeitsprofil haben: Manche Staaten bauen ihre Abhängigkeit ab, andere verstärken sie deutlich. Gemeinsam ist den meisten europäischen Ländern jedoch eine hohe Abhängigkeit von ausländischen IKT-Patenten.
Zusammenfassung in Zahlen
- Finnland verzeichnete mit plus 13,7 Prozentpunkten den größten Zuwachs der digitalen Abhängigkeit in Europa.
- Schweden erhöhte seine Abhängigkeit um 7,2 Prozentpunkte zwischen 2010 und 2023.
- Serbien reduzierte seine digitale Abhängigkeit um 17,3 Prozentpunkte, der stärkste Rückgang in Europa.
- Tschechien senkte seine Abhängigkeit im selben Zeitraum um 5,5 Prozentpunkte.