17,9 % weniger Lohn in Braunau: Warum Frauen ab dem 27. Oktober gratis arbeiten
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Der Equal Pay Day fällt im Bezirk Braunau 2026 auf den 27. Oktober. Ab diesem Tag arbeiten vollzeitbeschäftigte Frauen rechnerisch bis zum Jahresende unentgeltlich, weil sie im Schnitt deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Der Tag ist ein symbolisches Datum: Er zeigt an, wie viele Tage des Jahres Frauen umsonst arbeiten würden, würde man ihr Jahreseinkommen auf das Niveau der Männer umrechnen. Grundlage dafür sind Einkommensvergleiche bei Vollzeitbeschäftigung im Bezirk.
Woher stammt die Zahl?
Die Differenz von 17,9 % entspricht im Bezirk Braunau einem monatlichen Einkommensunterschied von durchschnittlich 926 Euro zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern. Damit verdienen Frauen in der Region bei gleicher Arbeitszeit deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.
Wie reagieren die Gewerkschaftsfrauen?
Die ÖGB-Frauen machten anlässlich des Equal Pay Day mit einer Zitronenaktion auf die Einkommensunterschiede aufmerksam. Mit der Aktion fordern sie mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern, damit Beschäftigte ihre Bezahlung im Vergleich zu Kollegen besser einordnen können.
Die Gewerkschafterinnen pochen dabei auf klar nachvollziehbare und von Geschlecht unabhängige Maßstäbe, nach denen sich Löhne, Gehälter und Zulagen bemessen. Ohne solche Kriterien bleibt für viele Beschäftigte unklar, warum sie weniger verdienen als Kolleginnen oder Kollegen in vergleichbaren Positionen.
Was fordert die EU-Richtlinie?
Hintergrund der Forderung ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Dadurch sollen Beschäftigte künftig leichter erkennen können, woher Gehaltsunterschiede bei gleicher oder gleichwertiger Tätigkeit rühren, etwa weil Unternehmen ihre Gehaltsstrukturen offener legen müssen.
Österreich hätte die Richtlinie bereits bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen müssen. Die ÖGB-Frauen fordern deshalb eine rasche Umsetzung, um die gesetzlichen Vorgaben für mehr Lohntransparenz tatsächlich wirksam werden zu lassen.