512 Qubits ohne Kühlung: Warum Leipzigs SaxonQ jetzt einen Preis gewinnt
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Ein SaxonQ-Quantencomputer bringt es inzwischen auf bis zu 512 Qubits – ganz ohne Kühlanlage und ohne Vakuumkammer. Für diese Entwicklung erhielt das Leipziger Start-up SaxonQ bei der Veranstaltung Via Oeconomica den Preis „Leipzig kommt“. Die Auszeichnung würdigt ein Unternehmen, das aus der Leipziger Universität heraus entstanden ist.
512 Qubits: Woher die Zahl stammt
SaxonQ wurde 2021 als Ausgründung der Leipziger Universität gegründet und beschäftigt derzeit 20 Personen. Die aktuelle Produktpalette des Unternehmens reicht bis zu Systemen mit 512 Qubits, dem zentralen Rechenbaustein eines Quantencomputers. Hinter dem Unternehmen steht unter anderem Marius Grundmann, der 26 Jahre an der Leipziger Universität tätig war, bevor er sich der kommerziellen Entwicklung der Technologie widmete.
Vom Ein-Qubit-Prototyp zum Marktprodukt
Der Vergleich zeigt das Tempo der Entwicklung: 2020 entstand an der Leipziger Universität zunächst ein Prototyp mit einem einzigen Qubit. Innerhalb weniger Jahre wuchs daraus ein System mit 512 Qubits, das SaxonQ heute kommerziell anbietet. Damit liegt zwischen erstem Labormodell und aktuellem Produkt ein Sprung um mehr als das 500-fache der Rechenbausteine.
Diamantchips statt Kühlanlage: Die Ursache für den Vorsprung
Der Grund für den Verzicht auf Kühlung liegt in der verwendeten Technik. SaxonQ-Quantencomputer basieren auf Diamantchips mit sogenannten Stickstoff-Fehlstellen-Zentren, die bei Raumtemperatur funktionieren.
Herkömmliche Quantencomputer benötigen dagegen oft extreme Kälte nahe dem absoluten Nullpunkt und eine Vakuumumgebung, was Anschaffung und Betrieb aufwendig macht. Laut Grundmann entfällt bei SaxonQ sowohl das Vakuum als auch die Kühlung vollständig.
Was als Nächstes für SaxonQ ansteht
Zur Kundschaft von SaxonQ zählen Forschungseinrichtungen, Rechenzentren für künstliche Intelligenz, Medizinunternehmen, Automobilhersteller und Life-Sciences-Firmen. Grundmann sieht eine Hauptanwendung der Technologie in der künstlichen Intelligenz, die dadurch schneller und sicherer werden soll. SaxonQ plant eine kommende Finanzierungsrunde, um die Entwicklung weiter voranzutreiben.
Die Auszeichnung bei der Via Oeconomica ist dabei nicht die erste für das Unternehmen: Bereits im Vorjahr gewann SaxonQ den Saxon Founders‘ Prize in der Kategorie Startup des Jahres, zuvor kamen der KfW Award Gründen für Sachsen sowie mehrere IQ Innovation Awards hinzu. Für Leipzig als Universitätsstandort bedeutet das: Die Forschung an Quantentechnologie findet zunehmend den Weg in marktfähige Produkte.
Zusammenfassung in Zahlen
- SaxonQ wurde 2021 aus der Leipziger Universität ausgegründet.
- Das Unternehmen beschäftigt derzeit 20 Personen.
- Der erste Prototyp mit einem Qubit entstand 2020.
- Aktuelle Systeme erreichen bis zu 512 Qubits.
- Marius Grundmann war 26 Jahre an der Leipziger Universität tätig.
- Den IQ Innovation Award erhielt SaxonQ zuletzt 2024.