Firmenkredite: Banken verschärfen Vergabe trotz sinkendem Nettoanteil
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Die aktuelle Kreditumfrage der Bundesbank zeigt: Deutsche Banken haben ihre Kreditrichtlinien für Unternehmenskredite im Oktober 2026 erneut verschärft. Der Nettoanteil der Banken mit strengeren Vergabekriterien lag bei 6 %. Gleichzeitig lockerten die Institute ihre Linie bei privaten Wohnungsbaukrediten.
Der Nettoanteil sinkt von 10 auf 6 Prozent
Im dritten Quartal 2026 hatte der Nettoanteil der Banken, die ihre Kreditrichtlinien für Unternehmenskredite strafften, noch bei 10 % gelegen – inzwischen ist dieser Anteil deutlich gesunken. Bei privaten Wohnungsbaukrediten drehte sich das Bild: Hier lag der Nettoanteil im Oktober bei -4 %, nachdem im Vorquartal noch 7 von 100 Banken strengere Vorgaben gemeldet hatten.
Bei Konsumenten- und sonstigen Krediten an private Haushalte veränderte sich der Nettoanteil ebenfalls deutlich: Von 11 % im Vorquartal sank er auf 0 % im Oktober. Banken verschärfen die Vergabe an Firmen also weiterhin, wenn auch langsamer als zuvor, während sie bei Krediten an private Haushalte kaum noch nachsteuern.
Warum Banken Firmenkredite strenger vergeben
Als Grund für die Straffung bei Unternehmenskrediten nannten die Banken ein gestiegenes Kreditrisiko. Sie führten dieses auf branchen- und firmenspezifische Faktoren sowie auf die gedämpfte Wirtschaftslage und schwächere Konjunkturaussichten zurück. Gleichzeitig gaben die Institute erstmals seit über zwei Jahren an, insgesamt risikotoleranter geworden zu sein.
Ein zunehmender Wettbewerb im Bankensektor wirkte im Oktober erneut expansiv auf die Kreditrichtlinien für Unternehmen, also in Richtung lockerer Vergabe. Bei privaten Haushalten war es laut den Banken ebenfalls die gestiegene Risikotoleranz, die verhinderte, dass die Kreditrichtlinien noch weiter verschärft wurden.
Nachfrage nach Krediten bricht ein
Parallel zu den strengeren Richtlinien ging die Nachfrage nach Unternehmenskrediten im dritten Quartal 2026 zurück – zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren. Im Vorquartal hatten die Banken noch mit einem Anstieg der Nachfrage gerechnet. Besonders betroffen waren kleine und mittlere Unternehmen sowie langfristige Kredite.
Als Hauptursache für den Nachfragerückgang bei Firmenkrediten nannten die Banken das gestiegene allgemeine Zinsniveau, mit einem deutlich stärkeren Effekt als im Vorquartal. Auch bei privaten Haushalten sank die Nachfrage: Wohnungsbaukredite wurden im dritten Quartal 2026 bereits zum zweiten Mal in Folge deutlich seltener nachgefragt. Damit fiel der Nachfragerückgang stärker aus, als die Banken im Vorquartal noch angenommen hatten.
Mehr Kreditanträge werden abgelehnt
Die Kreditablehnungsquote nahm im dritten Quartal 2026 in allen drei untersuchten Segmenten weiter zu: bei Unternehmenskrediten, bei Wohnungsbaukrediten und bei Konsumentenkrediten. Gleichzeitig berichteten die Banken von insgesamt etwas verschlechterten Refinanzierungsbedingungen, vor allem beim Zugang zu Kundeneinlagen und bei der Refinanzierung über Geldmarkt und Schuldverschreibungen.