Zwölf Verbände gegen Biozide im Wasser: Warum Baustoffe jetzt umgerüstet werden
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Regenwasser wäscht aus Fassaden- und Dachmaterialien Biozide aus, die anschließend in Gewässer und ins Grundwasser gelangen können. Am 22. Oktober 2026 haben sich zwölf Verbände und Stiftungen unter Koordination des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) zu einer gemeinsamen Erklärung zusammengefunden, um das Thema Biozide im Wasser stärker in den Fokus zu rücken.
Vorbereitet wurde das Bündnis durch das Projekt TRAFO, das vom Umweltbundesamt gefördert und vom Fraunhofer ISI fachlich sowie organisatorisch begleitet wurde. Vorgestellt wurde die Erklärung auf der Zukunftsplattform 26, einer Dialogveranstaltung des Spurenstoffzentrums des Bundes.
Diuron, Terbutryn und Isoproturon belasten Gewässer
Als besonders relevant gelten laut der Erklärung Biozide wie Diuron, Terbutryn und Isoproturon, die in Fassaden- und Dachmaterialien gegen Algen- und Pilzbefall eingesetzt werden. Auch Stoffe wie Mecoprop und MCPA, die in Dachfolien und Bitumenbahnen stecken, können in Oberflächengewässer oder Grundwasser eingetragen werden.
Diese Spurenstoffe beeinträchtigen nach Einschätzung der beteiligten Fachleute selbst in niedrigen Konzentrationen die Natur und erschweren die Trinkwassergewinnung. Genau darin liegt der Grund, warum die Initiative nicht erst beim Trinkwasser selbst ansetzt, sondern bei den Baumaterialien, aus denen die Schadstoffe überhaupt erst stammen.
Mineralische Putze statt chemischer Filmschutz
Die Erklärung nennt mehrere Ansätze, mit denen sich der Eintrag von Bioziden verringern lassen soll. Mineralische Putze und Farben ohne chemischen Filmschutz können demnach biozidhaltigen Anstrichen als Alternative dienen, und Dachdichtungsbahnen ohne chemische Schutzschichten können schadstoffhaltige Varianten ersetzen.
Auch bauliche Maßnahmen spielen eine Rolle: Größere Dachvorsprünge oder begrünte Fassaden können die Witterungsbelastung auf Materialien verringern und damit Emissionen reduzieren. Technisch setzt die Erklärung zudem auf die Verkapselung aktiver Wirkstoffe in eine schützende Hülle sowie auf den Einsatz gut abbaubarer Wirkstoffe, um die ökologischen Auswirkungen von Bioziden zu senken.
Die beteiligten Verbände und Stiftungen verpflichten sich daher zu konkreten Schritten: Das Thema soll in Schulungen, Projektgruppen und Öffentlichkeitsarbeit aufgenommen werden.
Was das für Bauherren und Hauseigentümer bedeutet
Für Verbraucher und Bauherren bleibt die Initiative vorerst eine Absichtserklärung ohne verbindliche Grenzwerte oder Fristen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.