3,7 Milliarden Euro Klimaschäden pro Jahr: Warum Österreich bis 2050 mit elf Milliarden rechnen muss
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In Österreich entstehen durch Klimaschäden laut aktuellem Sachstandsbericht des Austrian Panel on Climate Change (APCC) bereits jetzt jährliche Kosten von bis zu 3,7 Milliarden Euro. Ursache sind Hitze, Extremwetter, Belastungen der Infrastruktur und Gesundheitsfolgen der Erderwärmung. Ohne verstärkten Klimaschutz dürften die Kosten laut APCC-Prognosen deutlich weiter steigen.
Die Zahl und ihre Herkunft
Grundlage der aktuellen Schätzung sind Berechnungen aus dem Forschungsprojekt COIN 2.0, das die Klimaschäden in Österreich zwischen 2017 und 2024 im Schnitt mit 3,7 Milliarden Euro jährlich beziffert. Der APCC-Sachstandsbericht nennt für die aktuelle Lage einen Wert von rund zwei Milliarden Euro. Beide Zahlen stammen aus derselben Forschungslinie und beschreiben die bereits eingetretenen, nicht die künftigen Schäden.
Vergleich mit der Prognose
Nach den APCC-Prognosen wachsen die jährlichen Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz bis 2030 auf 5,2 Milliarden Euro und bis 2050 auf elf Milliarden Euro an. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo kam Anfang 2024 mit einer eigenen Schätzung auf einen ähnlichen Bereich von 5,4 bis 7 Milliarden Euro für die Kosten des Nicht-Handelns beim Klimaschutz.
Aus den Modellrechnungen des APCC geht zudem hervor, dass sich Ausgaben für Klimaschutz und Anpassung auf lange Sicht klar günstiger darstellen als ein Verzicht auf solche Maßnahmen.
Wo die Schäden entstehen
Einzelne Ereignisse zeigen, wie schnell sich die Summen addieren: Das Hochwasser im September 2024 verursachte laut Wifo einen Schaden von 1,3 Milliarden Euro.
Die Hagelversicherung bezifferte den Schaden in der Landwirtschaft durch Extremhitze und Trockenheit Anfang August 2026 allein auf eine Milliarde Euro. Bei Hochwasser entstehen sowohl Reparaturkosten an der Infrastruktur als auch wirtschaftliche Folgeschäden durch unterbrochene Verkehrswege und Lieferketten.
Bei Hitze und Trockenheit schlagen dagegen Übersterblichkeit, Ausfälle in der Stromproduktion und geringere landwirtschaftliche Erträge zu Buche. Besonders in Ost- und Südösterreich ist die Wasserverfügbarkeit bereits ein aktuelles Problem, mit häufigeren Phasen niedriger Wasserstände und längeren Trockenphasen.
Das trifft auch die heimische Stromproduktion, die stark von Wasserkraft abhängt und bei geringerer Wasserverfügbarkeit Verschiebungen und Ausfälle verzeichnet.
Was Fachleute dazu sagen
Auch aus Sicht des Wifo gewinnen Klimarisiken für die Finanzstabilität von Volkswirtschaften und für öffentliche Budgets zunehmend an Bedeutung, eine Einschätzung, die sich mit der Haltung von Zentralbanken deckt.
Hitzewellen und Tropennächte erhöhen vor allem im städtischen Raum die Sterblichkeit und senken dort sowohl die Lebensqualität als auch die Arbeitsproduktivität.