25 Studien zur Flüssigbiopsie: Warum ein Bluttest Patienten 18 Monate Vorsprung verschafft
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Guardant Health präsentiert auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2026 in Madrid insgesamt 25 Forschungsabstracts zur Flüssigbiopsie. Fünf davon sind als Rapid-Oral-Präsentationen eingestuft, der Rest läuft als Poster. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gut sich Krebserkrankungen über einen Bluttest statt über eine Gewebeprobe überwachen lassen.
Die Forschung konzentriert sich auf methylierungsbasierte zirkulierende Tumor-DNA, also Erbgutspuren von Tumorzellen im Blut, sowie auf Flüssigbiopsien bei Lungen-, Dickdarm- und Magenkrebs. Viele der Studien stammen nicht von Guardant Health selbst, sondern von akademischen Institutionen und Industriepartnern, die mit den Guardant-Technologien arbeiten.
25 Forschungsarbeiten zeigen den Stand der Flüssigbiopsie
Zu den fünf Rapid-Oral-Präsentationen zählt eine Auswertung aus der FORTITUDE-Studie zum Wirkstoff Bemarituzumab bei fortgeschrittenem Magen- und Speiseröhrenkrebs, bezogen auf den FGFR2-Amplifikationsstatus. Eine weitere Studie namens PACE-LUNG untersucht, ob sich eine Therapie bei EGFR-mutiertem, fortgeschrittenem Lungenkrebs anhand von ctDNA-Werten gezielter verstärken lässt.
Aus der CROWN-Studie stammt eine Analyse zu Resistenzmechanismen und frühen Warnzeichen für ein Fortschreiten der Erkrankung unter dem Wirkstoff Lorlatinib. Zwei Poster-Präsentationen befassen sich mit wiederholten Guardant360-Liquid-Tests bei Darmkrebspatienten sowie mit dem Nachweis minimaler Resterkrankung nach einer Immuntherapie mit Nivolumab bei Lungenkrebs im Stadium III, ausgewertet aus der NADIM-II-Studie.
Guardant Reveal sagt Patientennutzen 18 Monate früher voraus
Eine Validierungsstudie zum Test Guardant Reveal zeigt, dass sich der langfristige Nutzen einer Behandlung für Patienten bis zu 18 Monate früher abschätzen lässt als mit bisherigen Standardmessungen. Guardant Reveal ist ein gewebefreier Flüssigbiopsie-Test, der minimale Resterkrankung nachweisen und Rückfälle bei Darm-, Brust- und Lungenkrebs überwachen soll.
Eine pathologisch vollständige Rückbildung des Tumors nach einer MRD-negativen Testung lässt sich mit einem besonders guten Fünf-Jahres-Überleben in Verbindung bringen. Damit soll der Test künftig helfen, Nachsorgeentscheidungen früher zu treffen.
Seit 2012 wächst das Portfolio an Bluttests
Guardant Health wurde 2012 gegründet und hat seither mehrere Testverfahren entwickelt. Guardant360 CDx gilt als die erste von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Flüssigbiopsie für eine umfassende genomische Profilierung von Tumoren.
Guardant360 Liquid, ein blutbasierter Test zur Identifikation genetischer Mutationen bei fortgeschrittenen soliden Tumoren, wurde nach Unternehmensangaben in mehr als 1.500 Publikationen und Forschungszusammenfassungen klinisch untersucht.
Seit 2020 kooperiert das Unternehmen mit europäischen Gesundheitseinrichtungen, darunter The Royal Marsden NHS Foundation Trust in Großbritannien, Vall d’Hebron in Spanien und das Policlinico Gemelli in Italien.
Was das für Patienten bedeutet
Für Patienten könnte das bedeuten, dass Therapieentscheidungen künftig häufiger auf Bluttests statt auf wiederholte Gewebebiopsien gestützt werden, die für Betroffene belastender sind.