Vier Jahre bis zur Amortisation: Wann sich eine Wärmepumpe laut WWF-Studie lohnt
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Eine Studie der Prognos AG im Auftrag des WWF zeigt, dass eine Wärmepumpe sich gegenüber einer neuen Gasheizung amortisieren kann – unter günstigen Bedingungen bereits nach vier Jahren. Wie schnell sich die höheren Anschaffungskosten auszahlen, hängt vor allem vom Zeitpunkt des Einbaus, dem Haushaltseinkommen und einer möglichen Photovoltaikanlage ab.
Seit dem 21. Juli 2026 gilt in Deutschland eine neue Förderstruktur für klimafreundliche Heizungen. Sie staffelt die Zuschüsse nach Einkommen und Haushaltssituation und begrenzt die anrechenbaren Investitionskosten. Genau diese Staffelung bestimmt, ob sich eine Wärmepumpe lohnt – und wie schnell.
Woher stammt die Vier-Jahres-Zahl?
Die Prognos AG rechnete den Fall eines schlecht gedämmten Einfamilienhauses durch, in das eine Luft-Wasser-Wärmepumpe samt Photovoltaikanlage eingebaut wird.
Bei einem Einbau im Oktober 2026 und ausgeschöpftem Förderhöchstsatz amortisiert sich die Mehrinvestition gegenüber einer neuen Gasheizung demnach bereits nach vier Jahren. Betroffen ist typischerweise ein Gebäude der Energieeffizienzklasse F, zu der laut der Studie etwa 13 % des deutschen Gebäudebestands zählen.
Rechenbeispiel
Für das Modellhaus kalkulierte die Studie Anschaffungskosten von 43.000 Euro für die Wärmepumpe inklusive Umfeldmaßnahmen und 10.100 Euro für die Photovoltaikanlage, zusammen also 53.100 Euro. Eine neue Gasheizung würde 18.000 Euro kosten, die Mehrinvestition liegt damit bei rund 35.100 Euro.
Förderfähig sind bei der Wärmepumpe maximal 28.000 Euro der Investitionskosten. Mit dem höchsten Fördersatz von 80 % ergeben sich daraus 22.400 Euro Zuschuss. Nach Abzug der Förderung bleibt eine Mehrinvestition von rund 12.700 Euro, die sich über niedrigere Betriebskosten amortisiert – in diesem Fall nach vier Jahren.
Wie stark hängt die Rendite vom Förderzeitpunkt ab?
Die Grundförderung beträgt 30 % der Investitionskosten. Dazu addiert sich für einkommensschwächere Haushalte ein Bonus von bis zu 40 %, außerdem der sogenannte Klimageschwindigkeitsbonus, der derzeit rund ein Sechstel der Investitionskosten ausmacht und für den Wechsel von einer alten Ölheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung gewährt wird. In Summe sind so bis zu 80 % der Investitionskosten förderfähig, gedeckelt bei 28.000 Euro.
Sowohl der Förderhöchstbetrag als auch der Klimageschwindigkeitsbonus sinken jedoch halbjährlich: der Höchstbetrag um 750 Euro, der Bonus um vier Prozentpunkte. Ab August 2028 entfällt der Klimageschwindigkeitsbonus laut der Studie vollständig. Wer schon im Oktober 2026 einbaut, spart über 15 Jahre je nach Variante zwischen 4.303 und 15.729 Euro gegenüber einer Gasheizung.
Wer erst im August 2028 einbaut, kommt nur noch auf 1.042 bis 11.042 Euro. Im ungünstigsten durchgerechneten Fall – ohne Einkommensbonus und ohne Photovoltaik – amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten laut der Studie erst nach 16 Jahren.
Was erwartet der WWF für die Zukunft?
Der WWF verlangt, das bestehende Förderniveau dauerhaft beizubehalten, anstatt es wie vorgesehen Schritt für Schritt abzusenken. Die Organisation argumentiert, Klimaschutz und wirtschaftliche Vernunft seien kein Widerspruch, da eine Wärmepumpe zugleich helfe, Deutschlands Abhängigkeit von Energielieferungen aus politisch unsicheren Regionen zu verringern.
Nach Einschätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft dürften sich die jährlichen Kosten für das Heizen mit Gas bis zum Jahr 2040 annähernd verdoppeln, weshalb das Institut die Wärmepumpe als Weg sieht, dieses finanzielle Risiko deutlich zu verringern.