2,02 Millionen Hektar Biomasse-Fläche: Warum die Regierung keine Prognose wagt
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Der Flächenverbrauch von Biomasse in Deutschland lag 2025 bei rund 2,02 Millionen Hektar. So viel Ackerfläche wurde laut Bundesregierung für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Wie sich dieser Bedarf künftig entwickelt, bleibt nach ihren eigenen Angaben unklar.
2,02 Millionen Hektar Anbaufläche
Von dieser Fläche entfielen rund 1,19 Millionen Hektar auf den Anbau für Biogas und Biomethan. Für Biodiesel und Pflanzenöl wurde schätzungsweise auf 571.000 Hektar Raps angebaut. Für Bioethanol waren es rund 245.000 Hektar. Diese Zahlen stammen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag.
Keine Prognose bis 2045
Zu künftigen Flächenbedarfen macht die Bundesregierung keine verbindlichen Angaben. Nach eigener Auskunft existieren für die Jahre 2030, 2040 und 2045 keine verbindlich festgelegten Flächenbedarfe für den Anbau von Energiepflanzen.
Als Gründe nennt sie den Energiebedarf, den Rohstoffmix, die Erträge, die Nutzungseffizienz und die Erschließung von Rest- und Abfallstoffen. Große Unsicherheiten bestünden zudem bei Annahmen zur künftigen Nachfrage nach biogenen Brennstoffen.
Grüngasquote treibt Nachfrage
Trotz der offenen Flächenfrage soll die Nachfrage nach biogenen Brennstoffen steigen. Grund sind laut Bundesregierung die sogenannte Bio-Treppe im Gebäudeenergiegesetz und die geplante Grüngas- und Grünheizölquote. Nach Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums müssen Gasversorger und Heizölhändler ab 2028 klimaneutrale Brennstoffe beimischen, zunächst mit einem Anteil von einem Prozent.
Die Quote soll 2029 auf zwei Prozent steigen, 2030 auf ein Zwanzigstel, 2032 auf zehn Prozent, 2035 auf 20 % und 2040 auf die Hälfte. Ab 2045 ist eine vollständige Quote von 100 % vorgesehen. Sie betrifft ausschließlich Gas und Öl zum Heizen privater Haushalte; Industrie, Gewerbe, Verkehr sowie Strom- und Fernwärmeerzeugung sind ausgenommen. Das zuständige Ministerium muss bis zum 1. Dezember 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen.
Was Heizen teurer macht
Nach einer Berechnung, auf die sich das Institut der deutschen Wirtschaft beruft, verteuert eine Quote von sieben Prozent den Erdgaspreis um 0,43 bis 1,69 Cent je Kilowattstunde. Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das im mittleren Szenario gut neun Prozent höhere Heizkosten.
Grüner Wasserstoff soll bei der Erfüllung der Quote zunächst dreifach angerechnet werden, für blauen und türkisen Wasserstoff ist der Anrechnungsfaktor noch offen. Versorger dürfen Fehlmengen im Folgejahr nachholen, überschüssige Mengen sollen handelbar sein.