Mythen rund um Feuerlöscher im Faktencheck: Brandschutz Jost erklärt
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Ein roter Behälter an der Wand, daneben ein Schild, für viele endet das Thema Brandschutz genau an dieser Stelle. Dass ein Feuerlöscher weder universell einsetzbar noch wartungsfrei ist, überrascht im Alltag erstaunlich viele. Dieter Jost, Inhaber von Brandschutz Jost e.U. aus Alland im Bezirk Baden, hat in mehr als zwei Jahrzehnten Feuerwehrpraxis und in der Beratung von Betrieben immer wieder dieselben Irrtümer gehört. Der folgende Faktencheck sortiert, was stimmt, was gefährliches Halbwissen ist und welche Regeln hinter Auflagen stehen, die manchem Unternehmer wie reine Schikane erscheinen.
Mythos 1: Ein Feuerlöscher an der Wand reicht aus
Der Gedanke ist nachvollziehbar: Gerät montiert, Pflicht erfüllt. In der Praxis entscheidet aber die Kombination aus Löschmittel, Standort und Bedienkompetenz darüber, ob ein Entstehungsbrand beherrschbar bleibt. Ein Löscher, der durch Kartons verstellt ist, im Keller hängt oder für die vorhandenen Brandlasten schlicht das falsche Mittel enthält, verliert seinen Wert in dem Moment, in dem er gebraucht wird. „Brandschutz beginnt nicht beim Gerät, sondern bei der Frage, was in diesem Raum überhaupt brennen kann“, sagt Dieter Jost von Brandschutz Jost e.U. Genau deshalb steht am Anfang einer seriösen Beratung eine Analyse des Bestands und nicht der Verkauf eines Geräts. Häufig zeigt sich dabei, dass eine Nachrüstung wirtschaftlicher ist als ein kompletter Neuankauf.
Mythos 2: Wasser löscht jedes Feuer
Dieser Irrtum ist der folgenreichste, weil er Menschen direkt gefährdet. Feuer ist nicht gleich Feuer: Holz, Papier und Textilien gehören in eine andere Kategorie als brennende Flüssigkeiten, Gase, Speisefette oder Metalle. Gerät Wasser in heißes, brennendes Fett, verdampft es schlagartig und reißt feinste Fetttröpfchen mit sich, aus einem Topfbrand wird binnen Sekundenbruchteilen eine meterhohe Stichflamme. Bei bestimmten Metallbränden kann Wasser heftige Reaktionen auslösen und die Gefahr zusätzlich erhöhen, weshalb hier spezielle Löschmittel erforderlich sind. Für die Küche empfiehlt Jost stattdessen eine Löschdecke oder einen Fettbrandlöscher, beides preislich überschaubar und im Ernstfall deutlich wirksamer. Wer die Brandklassen kennt, trifft die Entscheidung nicht erst unter Stress.
Mythos 3: Geprüft ist geprüft – die Feuerlöscher Überprüfung als Formalie
Ein Löscher altert, auch wenn er unbenutzt an der Wand hängt. Treibmittel können entweichen, Dichtungen ermüden, Löschpulver verdichtet sich mit der Zeit und lässt sich dann nicht mehr sauber austreiben. Im gewerblichen Bereich ist die Feuerlöscher Überprüfung deshalb alle zwei Jahre behördlich vorgeschrieben; durchgeführt wird sie von zertifizierten Sachkundigen, die Funktion, Füllmenge, Druck und Kennzeichnung kontrollieren und dokumentieren. Auch im privaten Umfeld gilt es den Feuerlöscher alle 2 Jahre überprüfen zu lassen Verpflichtung. Die Prüfplakette ist damit kein bürokratisches Detail, sondern der einzige belastbare Hinweis darauf, dass das Gerät im Ernstfall tatsächlich funktioniert.
Mythos 4: Brandschutzauflagen sind reine Willkür
Kaum ein Vorurteil begegnet der Branche häufiger. Tatsächlich beruhen Auflagen auf einem dichten Geflecht aus Gesetzen, Normen und Richtlinien – vom Arbeitnehmerinnen Schutzgesetz über Bauordnungen bis zu den technischen Richtlinien für vorbeugenden Brandschutz. Das ASchG etwa verlangt, dass Beschäftigte regelmäßig in erster und erweiterter Löschhilfe unterwiesen werden; in Neubauten sind Rauchwarnmelder in Aufenthaltsräumen und in Fluchtweg-Gängen verpflichtend. „Man unterstellt uns gerne, dass wir Leistungen erfinden. Dabei geben Normen und Richtlinien den Rahmen vor, in dem wir uns bewegen“, so Jost. Dass es unseriöse Anbieter gibt, bestreitet er nicht, auffällig würden diese meist durch überhöhte Preise und Arbeiten, die sich gerade nicht an den einschlägigen Normen orientieren. Bemerkt wird das häufig erst, wenn die Rechnung längst bezahlt ist.
Mythos 5: Im Ernstfall funktioniert das schon irgendwie
Zwischen dem Wissen, wie ein Löscher bedient wird, und dem tatsächlichen Handeln unter Rauch, Hitze und Zeitdruck liegt eine erhebliche Lücke. Das Inbetriebnehmen, der Abstand zum Brandherd, das Löschen von unten in die Glut statt in die Flammen – all das ist erlernbar, aber eben nur durch Üben. Brandschutz Jost e.U. setzt dafür einen Brandschutzsimulator ein, an dem Belegschaften realitätsnah trainieren, ohne dass gefährliche Rauchgase entstehen. Ebenso wichtig ist die Grenze: Ein Entstehungsbrand lässt sich mit tragbaren Geräten oft beherrschen, ein voll entwickelter Raumbrand nicht mehr. Wer diese Schwelle kennt, alarmiert früher und bringt sich rechtzeitig in Sicherheit und genau diese nüchterne Einschätzung ist nach Josts Erfahrung wertvoller als jede zusätzliche Ausrüstung.
Warum Halbwissen im Brandschutz teuer wird
Als ehemaliger Betriebsfeuerwehrkommandant, seit 2011 im vorbeugenden Brandschutz tätig und seit 2018 selbstständig, verfolgt Jost ein klar formuliertes Ziel: den vorbeugenden Brandschutz einer breiten Masse ehrlich zu vermitteln. Dazu gehört auch, Kunden von Maßnahmen abzuraten, die in ihrer Situation keinen messbaren Nutzen bringen. Neben der Prüfung von Feuerlöschern und Brandschutzeinrichtungen übernimmt er als externer Brandschutzbeauftragter und Sicherheitsfachkraft Aufgaben, für die kleinere Betriebe selten eigenes Personal haben. Der Bedarf wächst, nicht zuletzt durch neue Risiken wie Lithium-Akkus und Photovoltaikanlagen, die mit klassischen Löschmitteln nur bedingt beherrschbar sind.
Wer wissen möchte, welche Löschmittel, Prüfintervalle und Schulungen im eigenen Betrieb oder zuhause tatsächlich erforderlich sind, findet weiterführende Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter www.jost-brandschutz.at.
Impressum:
BRANDSCHUTZ JOST e.U.
Dieter Jost
Fichtengasse 615
A-2534 Alland
+43 676 39 00 418
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