27 % mehr Umsatz bei Woodside Energy: Warum die Jahresprognose trotzdem sinkt
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Der australische Energiekonzern Woodside Energy hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatzsprung gemeldet, obwohl Förderung und Verkäufe zurückgingen. Die Woodside-Energy-Quartalszahlen zeigen ein Plus bei den Betriebseinnahmen von 27 % gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Fördermenge sank. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die obere Grenze seiner Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2026.
Ein internationaler Gas- und Ölkonzern wie Woodside zeigt mit seinem Umgang mit schwankenden Rohstoffpreisen und Fördermengen einen Mechanismus, der auch die Preisbildung an globalen Gasmärkten mitprägt.
Wie hoch waren die Quartalszahlen von Woodside Energy wirklich?
Die Betriebseinnahmen beliefen sich im dritten Quartal 2026 auf 4,281 Milliarden US-Dollar, im Vorjahresquartal waren es 3,359 Milliarden US-Dollar. Das entspricht dem genannten Plus von 27 %. Gleichzeitig fiel die Produktionsmenge um 9 % auf 46,2 Millionen Barrel Öleinheiten, nach 50,8 Millionen Barrel Öleinheiten im Vorjahresquartal.
Auch die tägliche Förderung sank im Jahresvergleich auf 503.000 Barrel Öleinheiten pro Tag, nach 552.000 Barrel Öleinheiten pro Tag im Vorjahresquartal. Die Verkaufsvolumina gingen um 7 % auf 51,1 Millionen Barrel Öleinheiten zurück, verglichen mit 55,1 Millionen Barrel Öleinheiten ein Jahr zuvor.
Woodside Energy begründet den Umsatzanstieg trotz sinkender Mengen damit, dass eine starke Erdgasleistung niedrigere durchschnittliche realisierte Preise aus dem Flüssigkeitsportfolio ausglich.
Warum senkt der Konzern seine Jahresprognose?
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Woodside Energy nun mit einer Produktionsmenge von 174 bis 181 Millionen Barrel Öleinheiten, statt zuvor 174 bis 185 Millionen Barrel Öleinheiten. Die Spanne wurde also nach oben gekappt, nicht insgesamt abgesenkt.
Ein Teil der Korrektur betrifft das Projekt Beaumont New Ammonia: Dessen Beitrag zur Jahresprognose sinkt von 2 bis 3 Millionen auf 1,5 bis 2,5 Millionen Barrel Öleinheiten. Das Unternehmen reduziert dort die Investitionen wegen schwächerer Marktnachfrage.
Wie laufen die Großprojekte von Woodside Energy?
Das Scarborough-Projekt vor der australischen Küste war zum Quartalsende zu 99 % fertiggestellt; die erste LNG-Ladung soll im vierten Quartal 2026 ausgeliefert werden. Beim Ölprojekt Trion lag der Fortschritt bei 71 %, die erste Förderung ist für 2028 geplant. Das Louisiana-LNG-Projekt in den USA kam auf einen Baufortschritt von fast einem Drittel und soll 2029 die Produktion aufnehmen.
Daneben verkaufte Woodside Energy einen Anteil von 70 % am Calypso-Projekt an den Konzern bp. Produktionschefin Liz Westcott nannte für das Quartal hohe Verfügbarkeiten der bestehenden Anlagen: Pluto LNG erreichte 99,8 %, das NWS-Projekt in Australien lag bei annähernd vollständiger Verfügbarkeit und Sangomar im Senegal bei 99,2 %.
Die liquiden Mittel des Konzerns lagen zum Quartalsende bei rund 7,8 Milliarden US-Dollar, und die Woodside-Aktie legte innerhalb von zwölf Monaten um 51 % zu.