YouGov-Umfrage zum Nudelkonsum: Warum junge Deutsche öfter zu Pasta greifen als Boomer
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Knapp zwei Drittel der Deutschen essen mindestens einmal pro Woche Nudeln. Das zeigt eine Umfrage zu Nudeln von YouGov anlässlich des Weltnudeltags am 25. Oktober 2026, bei dem 63 % der Befragten angaben, wöchentlich zu Pasta zu greifen. Damit liegen Nudeln bei den Deutschen klar vor Kartoffeln und Reis.
Dass die Deutschen Nudeln lieben, erweist sich als langfristiger Trend: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch kletterte seit 1990 auf 10,1 Kilogramm. Damit hat sich der Konsum nach Angaben der Teigwaren-Industrie innerhalb der letzten Jahrzehnte mehr als verdoppelt. Wie stark sich das im Einkaufskorb bemerkbar macht, zeigt ein Blick auf die Haushaltsausgaben.
Wie oft kaufen die Deutschen Nudeln?
Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt kauft pro Jahr rund 16,5 Kilogramm Teigwaren und gibt dafür etwa 50 Euro aus, wie YouGov ermittelt hat. Rechnerisch ergibt das einen Kilopreis von rund 3,03 Euro (50 Euro geteilt durch 16,5 Kilogramm).
Die Einkaufsfrequenz ist zudem gestiegen: 2023 kauften Haushalte Nudeln noch 17,5-mal im Jahr, inzwischen sind es 18,2 Einkäufe pro Jahr. Die meisten Befragten (37 %) verbinden Nudelgerichte vor allem mit schnellen, praktischen Mahlzeiten.
Warum sind Nudeln bei jungen Menschen so beliebt?
Zwischen den Generationen zeigt die Umfrage deutliche Unterschiede. In der Generation Z essen 72 % wöchentlich Nudeln, bei Babyboomern und älteren Jahrgängen sind es nur 51 %. Stellt man Nudeln, Kartoffeln und Reis direkt gegenüber, entscheiden sich bundesweit 46 % der Befragten für Nudeln, 39 % für Kartoffeln, Reis wählt dagegen nur etwa jeder Achte.
In der jüngeren Generation fällt die Präferenz für Pasta gegenüber Kartoffeln mit 56 % noch deutlicher aus, während laut Branchenangaben der Nudelhersteller etwa die Hälfte der Boomer weiterhin Kartoffeln bevorzugt.
Parallel dazu verändern sich die Produktpräferenzen im Supermarktregal: Während glutenfreie Alternativen im Erfassungszeitraum bis August 2026 spürbar an Beliebtheit gewannen, erlebten klassische Eierteigwaren einen deutlichen Rückschlag. Deren Marktreichweite schrumpfte binnen vier Jahren um 8,7 Prozentpunkte und liegt nun bei 70 Prozent. Auch Vollkornnudeln verlieren mit einer Käuferpenetration von 18 % an Reichweite.
Wie viele Nudeln werden in Europa produziert?
Hinter dem deutschen Appetit auf Pasta steht eine beträchtliche europäische Produktion. Im vergangenen Jahr wurden in Europa laut Branchenangaben der Nudelhersteller rund 6,1 Millionen Tonnen Nudeln hergestellt, davon entfielen allein auf Italien etwa 4,2 Millionen Tonnen, also rund 69 % der gesamten europäischen Menge.
In Deutschland selbst wurden in acht Mühlen im vergangenen Jahr 464.000 Tonnen Durum vermahlen, wobei der Anteil heimischen Hartweizens an der deutschen Nudelproduktion zunimmt.
Auffällig ist zudem die Rezeptur: In Deutschland werden 46 % der Nudeln mit Ei hergestellt, in Italien nur 17 %, in Spanien kommt Ei dagegen kaum vor (nur etwa eine von 50 Packungen). Meistgekaufte Sorte bleibt hierzulande Spaghetti, gefolgt von Fusilli, Penne und Spätzle.
Beim Einkauf greifen deutsche Verbraucher zudem häufig zu günstigeren Varianten: Rund ein Drittel aller Nudelkäufe erfolgt im Rahmen von Sonderangeboten, und Eigenmarken erreichen einen Absatzanteil von 57 %.