7,5 Millionen Jobs betroffen: Das steckt hinter der Tarifrunde 2027
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Für die Tarifrunde 2027 laufen zwischen Dezember 2026 und November 2027 Vergütungstarifverträge für etwa 7,5 Millionen Beschäftigte aus. Gemessen an der Zahl der Betroffenen wird die kommende Tarifrunde damit eher klein ausfallen. Grund dafür ist, dass mehrere große Branchen ihre Verträge bereits 2026 erneuert haben.
Wer verstehen will, was die Tarifrunde 2027 für Gehälter bedeutet, muss zunächst wissen, welche Branchen überhaupt verhandeln und warum ausgerechnet der Öffentliche Dienst im Mittelpunkt steht. Die folgenden Abschnitte ordnen die wichtigsten Zahlen ein.
Wie viele Beschäftigte sind von der Tarifrunde 2027 betroffen?
Diese Zahl bezieht sich auf alle Vergütungstarifverträge, die zwischen Dezember 2026 und November 2027 auslaufen. Zum Vergleich: Nach Angaben des WSI-Tarifarchivs profitierten 2026 noch knapp 10 Millionen Beschäftigte von neu abgeschlossenen Tarifverträgen. Die Tarifrunde 2027 bleibt damit zahlenmäßig hinter dem Vorjahr zurück.
Warum fällt die Tarifrunde 2027 kleiner aus als 2026?
Mehrere umsatzstarke Branchen, darunter die Chemische Industrie, der Einzelhandel und der Öffentliche Dienst der Bundesländer, hatten ihre Vergütungstabellen bereits im Jahr 2026 neu ausgehandelt. Sie werden erst nach 2027 wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren und fehlen deshalb in der kommenden Runde.
In der Metall- und Elektroindustrie begannen die Tarifverhandlungen bereits im Oktober 2026 und sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, sodass auch diese Branche aus der eigentlichen Tarifrunde 2027 weitgehend herausfällt.
Welche Branchen verhandeln 2027 neue Tarifverträge?
Als bedeutendste Tarifauseinandersetzung des Jahres 2027 gilt die Runde im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, deren bestehende Verträge im März 2027 enden.
Gemeinsam mit parallel geführten Verhandlungen im Nahverkehr, bei Versorgungsbetrieben und weiteren öffentlichen Organisationen geht es dabei um insgesamt 3,1 Millionen Beschäftigte. Diese Verhandlungen im und um den Öffentlichen Dienst machen damit mehr als 40 % aller Beschäftigten aus, für die 2027 neue Tarifverträge verhandelt werden.
Daneben stehen mehrere mittelgroße Branchen vor eigenen Verhandlungen. Dazu zählen unter anderem das Kfz-Handwerk mit etwa 420.000 Beschäftigten, die Deutsche Post AG mit rund 170.000 Beschäftigten, das private Verkehrsgewerbe mit etwa 345.000 Beschäftigten sowie das Versicherungsgewerbe, das Gastgewerbe und das Maler- und Lackierhandwerk mit jeweils rund 130.000 bis 186.000 Beschäftigten.
- Das Bauhauptgewerbe verhandelt 2027 für etwa 720.000 Beschäftigte neue Tarifverträge.
- Die Leiharbeitsbranche verhandelt 2027 für etwa 650.000 Beschäftigte neue Tarifverträge.
- Das Gebäudereinigungshandwerk verhandelt 2027 für etwa 491.000 Beschäftigte neue Tarifverträge.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.